
Tag 1 ohne Fisch:Dicke Karpfen fangen ist nur Formsache. So oder ähnlich köderte ich Torsten bezüglich Boiliefischen. Leider liess der erste Einsatz trotz warmen Wetters auf sich warten, so dass wir erst Ende März das erste Mal zusammen am See fischten.
Obwohl eine alte Regel (welche schon seit über 20 Jahren Gültigkeit hat) besagt, dass vor Mitte April nix beisst waren wir eigentlich guter Dinge. Fische waren mit der Polbrille in allen Grössen sichtbar und es schien wirklich ein lockerer Job zu werden.
War schon ein besonderes Gefühl nach all den Jahren Barben- und Raubfischangeln mal wieder den Boiliekram auszupacken. Leider lag aber auch genau darin mein Problem. Irgendwie fühlten sich meine geliebten Karpfenruten so toll leicht an. Sind zwar auch sehr weiche 1,75lbs-Ruten (entgegen der heute üblichen ab 2,75llbs Prügel), aber so leicht war dann doch komisch. Die Wurzel des Übels fand sich recht schnell in den ziemlich leeren Rollenhaltern wieder ;).
Nach einem kurzen Heimflug war ich dann mit den Baitrunnern meiner Syntec wieder vor Ort. Leider hatte ich die Karpfenrollen mal irgendwann im Ebay verscheuert und dies etwas vergessen. Fairerweise hatte unser schadenfroher Torsten (ok ich geb es zu, hab ja auch bei sowas schon oft über andere gelacht) extra noch nix gefangen und so auf mich gewartet.
Die Boilies fanden auch jede Menge Abnehmer. Da diese aber leider schwarzes Federkleid und einen weissen Tupfer haben, war dies keine erfreuliche Erkenntis. Wenigstens gab es hin und wieder einen Fallbiss durch die Hühner, denn Karpfen bissen keine.
Tag/Nacht 2 ohne Fisch:Aber beim nächsten Mal mit Nachtangeln sollte es besser werden. Alles gut vorbereitet. Viel Zeit und nationale Getränke mitgebracht konnte ja nix mehr schiefgehen.
Tag 2,5 ohne Fisch (aber zählt für mich ja nicht ;): Torsten versuchte es mal nach der Arbeit bis Dämmerung ohne Biss.
Tag/Nacht 3 ohne Fisch: Mittlerweile wurde der erste Fisch des Jahres gefangen, also keine Ausreden mehr es wird was gehen. Leider morgens aufgewacht und festgestellt: Wir brauchen ne neue Ausrede ;).
Tag /Nacht 4 mit ohne Fisch: Zu dem Zeitpunkt wurden schon einige Karpfen gefangen und diese auch offensichtlich sehr aktiv. Meine Worte zuvor: "Jetzt kann uns nur noch die Laichzeit den Erfolg vermiesen".
Leider wurde ich nachts durch sehr eindeutige Geräusche aus dem Flachwasserbereich geweckt. Im Schein der Kopflampe bestätigte sich die Befürchtung, dass die Karpfen anderes als Boilies im Kopf hatten. Also wieder nix mit Fisch.
Ging dementspreched allen anderen Kollegen am See so, was zu einem gesunden Durchschlafen der Nacht befähigte.
Morgens schauten wir uns das Schauspiel noch einige Zeit an und wollten als Letzte den See verlassen. Kurz bevor ich meine Ruten einholen wollte, kam aus heiterm Himmel der erste Run.
Nach so langer Zeit (4 Angeltage voller Erwartung plus vor wie vielen Jahren hatte ich meinen letzten Karpfen?) war es ein unglaublicher Nervenkitzel und ich war erst mal total perplex. Verwies Torsten darauf, dass es seine Rute wäre. Er war auch etwas verdutzt und nahm Kontakt zum Fisch auf. Dann bemerkte ich die wundervolle Aktion der Rute und dass dies dann wohl ja eher meine sein müsste ;). Hatte sie nur zeitweise auf Torstens Ablage liegen, damit ich auch mal auf dem Platz versuchen konnte.
Der Drill began und es machte wirklich mal wieder Freude einen schweren Fisch zu drillen. Nach etlichen falschen Spekulationen (Mindestmass ja/nein ;) ) lag der Schuppenkarpfen dann endlich in den Maschen meines Keschers. Vermutlich handelte sich es um den dicken Schuppenkaprfen, welchen ich ca. 1 Stunde vorher vom Ufer aus beobachten konnte. Beim Anblick eines so gewaltigen Fisches kamen reichlich Glücksgefühle auf.
Das Anheben des Keschers gestalltete sich als recht anstrengend, da ich durch die Barbenfischerei so hohe Gewichte ewig nicht stemmen musste.

Auf der Matte angekommen verschlug es uns echt die Sprache. Solch eine Masse Fisch ist echt immer wieder unfassbar. Nach dem Abzug aller Toleranzen blieb die Waage bei 15,5KG stehen.

Jetzt wartet Torsten natürlich auf seinen ersten "richtigen" Karpfen. Mal gespannt wann er mal das Glück hat einen Biss zu bekommen. Ich jedenfalls kann mich ja vorerst mal schön entspannt zurücklegen;).
P.S.: Dank an meinem Boiliedealer Helmut für die Geheimmischung :). Er biss auf die dicke Murmel.