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Wat wer bis Du denn?- Teil 5 Helmut (Moderator Jens)

Jens: Sag doch erst mal was zu deiner Person.

Helmut: Mein Name ist Helmut Raaf, ich bin 42 Jahre alt und gehe seit dem 14.Lebensjahr angeln. Von Beruf bin ich CAD/CAM Sachbearbeiter in der Arbeitsvorbereitung bei einem großen Automobilhersteller. Ich lebe seit mehreren Jahren mit einer sehr verständnisvollen Partnerin zusammen, somit gibt es mit meinem Hobby (Angeln) wenige Probleme. Die meiste Zeit fische ich auf Karpfen, wobei ich auch sehr gerne auf Barben und Zander angele.

Das kommt davon wenn man nur einsömmrige Karpfen fängt, kein Barbenbild vorhanden;)

Jens: Bei so viel Verständnis könnte sie uns bei der nächsten Session doch mit Pizza versorgen ;)

Helmut: Sollte kein Problem sein, wenn es direkt vor der Haustür ist. Denn es wird wohl nicht bei einem Blech der super leckeren Pizza bleiben, die ihr verdrücken wollt. Doch wer hat schon seinen Angelplatz direkt vor der Haustür.

Jens: Was macht für dich den Reiz der Barbenfischerei aus und wie bist du auf diese gekommen?

Helmut: Bevor ich mit dem Karpfenangeln begann habe ich etwa 12 Jahre die Wettkampffischerei betrieben. Damals war der Barbenbestand im Rhein noch sehr gering. Doch über die Jahre wurde beim Stippen immer mehr Fisch gehakt die unsere Vorfächer sprengten. Um zu sehen mit welcher Fischart wir es zu tun hatten begab ich mich mit einer leichten Feederrute ans Wasser. Mit dieser hatte ich dann zum ersten Mal Kontakt zu einer Barbe. Diese bereitete mir dann soviel Spaß, das ich sehr oft an meiner Lieblingsstelle am Rhein saß und sehr viele Barben gefangen habe.

Jens: In welchen Jahren nahm die Zahl der Barben spürbar zu, ich hatte nie eine beim Stippen drauf?

Helmut: Da hast du wohl falsch gefischt. Denn seit dem wir das Tunken erfolgreich eingesetzt hatten, und die Montage fest am Boden lag, nahmen die Bisse von Barben zu. Dieses dürfte etwa um 1990 gewesen sein.

Jens: Nee um die Zeit hab ich nur mit Boilies auf Karpfen gefischt (in unserem Vereinssee gibt’s keine Barben ;).

Welche Gewässer werden von dir befischt?

Helmut: Mein Hausgewässer ist der Rhein zwischen Oppenheim und Heidesheim. Dort fische ich meistens im offenen Strom und gelegentlich in Altrheinarmen.

Jens: Kann man bei euch gezielt auf Barben fischen oder ist diese nur Beifang?

Helmut: Die Barbe ist für mich meistens nur ein Beifang beim Karpfenangeln. Da ich aber schon öfter mit der Feederrute auf Barben im Strom geangelt habe, ist es meiner Meinung nach möglich gezielt auf Barben zu angeln. Die Fischarten die jetzt gefangen werden (Barben, Nasen, Rapfen usw.) unterscheiden sich von den Fischen die ich noch vor etwa 12-15 Jahren gefangen habe. Damals wurden viel mehr Brassen und Karpfen gefangen als heute. Der Rhein wandelt sich langsam von einer Brassenregion in eine Barbenregion um. Es wird wohl die nächsten Jahre noch besser mit der Barbenangelei.

Jens: Wie hoch sind die Durchschnittsgewichte und mit wie vielen Bissen rechnest du im Schnitt bei einem Ansitz (sagen wir in 5 Stunden)?

Helmut: Beim Karpfenangeln habe ich pro Nacht schon mehr als 10 Barben gefangen. Das Durchschnittsgewicht ist entsprechend hoch über 2,5 kg. Beim Feederangeln waren es auch schon mal 7 oder 8 Stück. Hierbei ist das Durchschnittgewicht aber niedriger.

Jens: Also ist das Feedern für dich nicht die erste Wahl für Grossbarben?

Helmut: Nein. Das Angeln mit Boilies ist meiner Meinung selektiver. Ich glaube das richtig große Barben, wie auch große Karpfen Einzelgänger sind oder in Trupps von vielleicht 3-4 Fische nach Futter suchen. Wenn ich zurückdenke habe ich alle meine Barben über 3kg beim Karpfenangeln mit Boilies gefangen.

Jens: Mit welcher Methode gehst du das Barbenfischen an?

Helmut: Mit der Feederrute und Futterkorb, oder einfachem Blei.

Jens: Beschreib doch mal kurz den Aufbau deiner Montage?

Helmut: Einfache Montagen sind im Rhein mehr als ausreichend. Ich binde eine große Schlaufe in meine Hauptschnur, teile diese in 1/3 - 2/3. An das kurze Ende binde ich mein Futterkorb oder Blei. Am längeren Ende befestige ich mein Vorfach.

Jens: Welches Futter verwendest du und welche Köder sind deine Favoriten?

Helmut: Gute Erfolge brachte mir Futter von NB-Angelsport, sowie das Rhein 2010 von Angelsport Ofenloch. Meinem Futter gebe ich je nach Jahreszeit den einen oder anderen Zusatz bei. Im Herbst eingeweichte Fischpellets, im Winter gemahlenen, gerösteten Hanf oder im Sommer Erdnussmehl. Da ich mich eigentlich auf den Fang von Karpfen spezialisiert habe, fische auch ich gerne mit Boilies auf die Barben. Aber um schnell eine Barbe zu fangen geht wohl nichts über einen Madenbündel.

Jens: Mit der Barbe wird ja immer auch Käse assoziiert, welchen Geschmack haben denn deine Barben?

Helmut: Was richtig gut kommt sind Kräuter! Barbe in Alufolie im Kräuterbett auf Wurzelgemüse, einfach traumhaft. Spaß bei Seite. Ich esse keine Barben. Im Sommer fruchtig. Ab Herbst bis Frühjahr eher herber und mit Fischmehl.

Jens: Wie groß war deine größte Barbe und unter welchen Umständen konntest du sie überlisten?

Helmut: Meine größte Barbe habe ich letztes Jahr nachts beim Karpfenangeln in einem Altrheinarm gefangen. Da ich beim Karpfenangeln eigentlich keine Barben wiege oder Messe, mir diese aber sehr groß vorkam, habe ich sie dann doch mal gewogen. Sie war 3900gr schwer. Messen konnte ich sie leider nicht.

Jens: Welcher Ansitz ist dir aus welchen Gründen auch immer in besonderer Erinnerung geblieben?

Helmut: Siehe Story Barben satt!!??

Jens: Wo fängt für dich ne wirklich gute Barbe an (Gewicht bzw. Länge)?

Helmut: Ich denke ab 3kg fängt der Spaß an.

Jens: Gibt es irgendwelche Tipps oder Tricks welche du uns verraten willst ;)?

Helmut: Macht euch mal die Arbeit und füttert im September oder Oktober abends zwei, drei Tage einen Platz mit ausreichend Partikelfutter (ca. 20 Liter Mais, Weizen, Hanf, Pellets) vor. An diesem präparierten Platz werdet ihr wahre Sternstunden erleben.

Jens: Hatten ja neulich erst über dieses Thema gesprochen. Habe ja jetzt in etwas milderer Form angefangen so was durchzuziehen, hastet Du so was auch schon mal im Winter versucht bzw. Erfahrungen anderer mitbekommen?

Helmut: Im Winter habe ich bisher noch nicht gezielt auf Barben geangelt. Da ich aber in dieser Jahreszeit schon recht erfolgreich auf Karpfen geangelt habe, kann ich es nur vom Karpfenangeln auf das Barbenangeln ableiten. Im Winter ist sehr schwierig regelmäßig Karpfen zu fangen. Beim Barbenangeln wird es wohl nicht anders sein. Darum ist es wichtig nicht zu viel zu füttern. Es kann durchaus sein das mein eingebrachtes Futter einige Tage nicht angerührt wird. Deshalb füttere ich im Winter lieber etwas länger vor, etwa 10-14 Tage. Alle 2-3 Tage füttern ist ausreichend. Im Strom würde ich mit 3kg Futter anfangen. Dieses setzt sich aus Weizen, Hanf, Pellets und 14er Boilies zusammen. Dieses knete ich in ein gut bindendes Stippfutter ein und füttere große Ballen. Im Winter ist ein hochwertiger Boilie als Hakenköder jedem Partikel überlegen. Fischmehlboilies sind im Winter immer einen Versuch wert, müssen aber länger vorgefüttert werden. Das Wetter sollte man im Winter keinesfalls außer Acht lassen. Ist ein Sturmtief aus Südwest mit Regen, Wind und Tageshöchsttemperaturen von 8-10 Grad gemeldet, unbedingt raus ans Wasser, denn an diesen Tagen fing ich die meisten meiner Winterkarpfen.

Jens: Hattest Du früher auch erst Probleme mit dem sehr ufernahen Fischen? Deine Futterplätze liegen ja förmlich vor den Füßen. Kaum vorzustellen was sich da an Fisch hinzieht.

Helmut: Nein, seit ich auf Karpfen fische habe ich mein Futter direkt in und vor die Steinschüttung geworfen. Nachts kommen immer Fische zur Nahrungsaufnahme an die Steine. Auch ist die Strömung im Uferbereichbereich nicht so stark und der Untergrund oft unebener. Somit bleibt mein Futter länger liegen. Warum sollte ich dann weiter draußen angeln?