

Jens: Hi Rinko, erzähl uns bitte, wo du herkommst und in welchen Gewässern du den Barben nachstellst.
Rinko: Ich bin in Zwolle geboren und aufgewachsen, einer Stadt an der Issel in der Provinz Overijssel.Meine Aktivitäten beim Barbenfischen beschränke ich auf die Issel.
Jens: Wann hast du ein Ansteigen der Barbenpopulation in deinem Fluss beobachten können?
Rinko: In den ganzen Niederlanden ist die Barbenpopulation zwischen 1945 und 1980 erheblich zurückgegangen,sie steigt jedoch seit den frühen 90ern wieder an und bald wird es möglich sein, in allen größeren Flüssen in Holland Barben zu fangen.
Jens: Siehst du einen Unterschied in der Technik zum Barbenfischen in Holland und Deutschland?
Rinko: In den Hauptpunkten sind die Techniken vergleichbar, einzig beim Köder gibt es einen größeren Unterschied:
In Holland stehen Pellets und Käse an erster Stelle, während in Deutschland Maden bevorzugt werden.
Jens: Wir waren bis jetzt eher erfolglos beim Fischen mit Pellets, erzähl uns doch bitte etwas über deine ersten Erfahrungen und Vorgehensweisen.
Rinko: Ich fische jetzt seit etwa 6 Monaten mit Sonu-Pellets aus der Hailhookers-Serie. Diese Pellets beinhalten 50 % mehr Öle als die Standart-Pellets und zieht dadurch eine gute Aroma-Spur im Wasser, das die Barben auch aus weiteren Distanzen anzieht. Ich benutze Pellets in 4 und 6 mm an der Feedermontage und 11mm an der Haarmontage.

Schöne Barbe aus der Waal
Jens: Hast du Erfahrungen mit den Maden Clips von Korda?
Rinko: Nein, ich habe sie noch nie probiert, aber vielleicht ist es mal einen Versuch wert.
Jens: Brauchst du große Köder um unerwünschte Beifänge, z.B. Brassen zu vermeiden?
Rinko: Ja, wenn ich Maden als Köder nehme, dann fange ich hauptsächlich andere Fische als Barben. Wenn ich aber auf Barben gehe, möchte ich lieber eine einzige fangen als 20 Brassen.
Jens: Welche Käsesorten benutzt du und in welcher Größe?
Rinko: Im Sommer bevorzuge ich die älteren Sorten. Sie geben einen guten Duft ans Wasser ab und halten besser am Haar. Im Winter nehme ich jüngeren Käse in Würfelform mit einer Kantenlänge von 1-2 cm.
Jens: Welche Pelletgröße fischst du und fütterst du auch damit an?
Rinko: Ich benutze die Hailhookers Serie von Sonubaits in 4 bis 6 mm an der Feedermontage. Manchmal nehme ich auch 11 mm Pellets an der 0,5cm Haarmontage.
Jens: Ich weiß, dass du beim Fischen ein besonderes Augenmerk auf Buhnenfelder legst. Kannst du uns die dortigen Barbenstandplätze zeigen?
Rinko: Ich will es mit der folgenden Zeichnung versuchen:

Rinko`s Schatzkarte
Jens: Wo in der Zeichnung ist dein Lieblingsplatz?
Rinko: Meine Barben stehen normalerweise dort, wo das Kehrwasser der Buhne sich wieder mit dem Hauptstrom trifft.
Barben sind aber auch an der Außenseite des Kehrwassers zu finden. Erwartet aber nicht, an jeder Buhne im Kehrwasser Barben zu fangen. In Holland muss ich nach den Plätzen mit hartem, steinigem oder kiesigem Grund suchen, die auch ein gutes Nahrungsangebot bieten. Im Schlammboden wird man keine Barben finden.
Jens: Fängst du nur Barben in der weißen Wolke, die du eingezeichnet hast?
Rinko: Nein, nicht immer, aber an einem normalen Tag fange ich dort sehr gut große Barben.
Jens: Welches Tackle benutzt du?
Rinko: Als Rute nehme ich die Korum Neoteric Barbel in 12 Ft. Als Schnur 0,25 oder 0,28er Preston Mono Hauptschnur und Korum S-3 Haken in Größe 8-10.
Jens: Benutzt du die selben Feederruten wie wir?
Rinko: Ich denke, die Feederruten sind gleich euren, aber bei uns sind spezielle Barbenruten schwer im Kommen. Mit meiner Korum Neoteric Quiver 12Ft. ist es immer ein großes Vergnügen, eine Barbe zu fangen.
Jens: Wie heißen die bekannten Marken in Holland?
Rinko: Es gibt viele große und bekannte Marken. Meine bevorzugte ist Korum. Korum kommt ursprünglich aus England und genießt da auch eine besondere Popularität. Eine weitere ist Preston. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Marken,aber ich denke, ich habe mir die besten rausgesucht...
Jens: Ist das Barbenfischen in Holland ähnlich populär wie das Raubfischangeln?
Rinko: Nein, die Barbe ist im Vergleich zu den Raubfischen recht unbekannt, aber die Anglermagazine berichten jetzt ab und zu etwas über Barbenfischen. Das kann für die Angler nur gut sein.
Jens: Wann hast du mit dem Barbenfischen und mit deiner Webseite Barbeel.com angefangen?
Rinko: Ich fische erst seit einem jahr ernsthaft auf Barben. Vorher habe ich an Wettfischen mit der Feederrute teilgenommen, da waren Barben eher Beifang. Am 29.09.2007 war der Geburtstag von barbeel.com.
Jens: Warum hast du die Seite aufgebaut und wie viele Vergleichbare gibt es in Holland?
Rinko: Ich habe mit der Seite angefangen um andere Angler für das Barbenfischen zu begeistern und Erfahrungen mit ihnen auszutauschen, denn über das Barbenfischen müssen wir in Holland noch viel lernen. Außer meiner Seite gibt es in holland noch 2 weitere Barben-Seiten.
Jens: Mit wievielen Personen geht ihr ans Wasser?
Rinko: Meistens gehe ich alleine, manchmal auch mit meiner Frau Wendy und mit anderen Barbenanglern. Allerdings nie mit mehr als 2 Anglern an einen Platz, da die holländischen Stellen nicht so geräumig sind, daher ist 2 das Maximum.

Der holländische Rekord von Rinko: 85 cm, 6.340 Gramm!!!
Jens: Ist der Endplatz stromabwärts mit mehreren Anglern im Vorteil?
Rinko: Das ist zwischen Buhnen im Kehrwasser egal, mal stehen die Fische im einströmenden, mal im ausströmenden Wasser.
Jens: Was sind deine Ziele für dieses Jahr?
Rinko: Ich möchte es mit Posenfischen auf Barben in der Issel versuchen. Dazu habe ich eine spezielle Drift-Technik vom besten holländischen Barbenangler Leon Haenen erlernt. Außerdem möchte ich mein Glück in anderen Flüssen wie Maas, der Waal in den belgischen Ardennen und dem Rhein versuchen.
Jens: Danke für das Interview und deine Tipps und Tricks.