Start News Know how Storys Interviews Angeltagebuch Alternativfischen Fotos Crew Links Gästebuch

Wat wer bis Du denn?- Teil 2 Timo (Moderator Jens)

Jens: Sag doch erst mal was zu deiner Person.

Timo: Bj. 1980, EZ 2000 (Angelscheinprüfung), als ich (recht  spät) anfing zu angeln  schnupperte ich überall  ein  wenig rein, und bin dann beim Spinnfischen  hängen  geblieben (was ich auch heute  noch sehr gerne und häufig mache), 2004  fing ich  dann an gezielt auf  Barben zu angeln.

Jens: Was macht für dich den Reiz der Barbenfischerei aus und wie bist du auf diese gekommen?

Timo: Der Reiz liegt an der starken Kampfkraft und an den oftmals sehr heftigen Bissen der  Barben. Meine  erste  Barbe (2002) war bis heute  meine Personal Best mit  75cm,        4 Kilo, nach weiteren erfolglosen Versuchen angelte ich nicht mehr auf Barben. 2004 konntest du mich dann aber schnell für´s Feedern begeistern, da diese Angelart einfach effektiver  ist  als das Gummifischangeln  auf  Zander am  Rhein (um Mainz).

Jens: Hast scheinbar das Talent am Anfang richtig dicke zu fangen und wenn es dann gezielt klappen soll geht keiner mehr. War doch bei deinem ersten Zander auch so oder?

Timo: Das stimmt, so  kam ich zum  Gummifischangeln. Als ich eine Woche lang mit Mais und Boilies anfütterte, nahm  ich immer eine Spinnrute (damals noch eine total ungeeignete) und ein paar Gummifische mit an den Rhein. Um nicht nur zum Anfüttern den Weg zu fahren, lies ich täglich den  Gummifisch für 30-60 Minuten tanzen, nach ein paar Tagen fing ich so einen 82er Zander mit 11 Pfund. Nach diesem Erfolg (und da beim Karpfenangeln nix  ging) war ein  begeisterter Spinnfischer geboren. Doch dann folgte die lange Dürre. Ich angelte fast ein Jahr lang sehr regelmäßig (3-5 mal die  Woche) auf Zander um meinen nächsten zu fangen, ab dann fing ich öfter welche (dank Uli Beyers Spinnfischerkurs). Heute angel  ich  fast  nur noch von Juni bis September (zur heißen Zeit) auf Zander, gelegentlich auch noch zu anderen Jahreszeiten.

Jens: Welche Gewässer werden von dir befischt?

Timo: Auf Barben bis jetzt nur  der  Rhein

Jens: Fischst Du gezielt auf Barben fischen oder ist diese nur Beifang?

Timo: An unserem Rheinabschnitt ist auf  jeden  Fall gezieltes Barbenangeln möglich. Wahrscheinlich ist es mittlerweile einfacher eine Barbe  zu fangen, als diverse andere Weißfische.

Jens: Wie hoch sind die Durchschnittsgewichte und mit wie vielen Bissen rechnest du im Schnitt bei einem Ansitz (sagen wir in 5 Stunden)?

Timo: Der Durchschnittsfisch liegt bei  ca. 50cm. Die Anzahl der Bisse hängt von vielen Faktoren ab, jahreszeitabhängig zwischen 0 und recht vielen  ;)   Ich möchte mich  da nicht  festlegen,  da man  immer mit allem rechnen  muss.

Jens: 50cm erscheint mir aber für unsere Region etwas klein. Hätte jetzt mal 10cm mehr vermutet, obwohl ich weiß das es Stellen gibt wo diese Größe tatsächlich Durchschnitt ist. Meinste du findest mal den ultimativen Platz wo es dann beim Durchschnitt 70 heißt?

Timo: Wie du schon sagst kommt das auf die Stelle an, im Jahresmittel denke ich lieg ich damit schon richtig, zumindest bis dato. Vielleicht  liegt mein Schnitt ja auch unter deinem, da ich ja auch schon einige Fische durch Schnurbruch verloren habe. Eine 60er oder 65er Barbe bringt so was ja eher fertig als einer 40er ;) Eine Stelle zu finden wo der Durchschnitt 70 cm ist, ist nicht schwer (relativ gesehen). An der Stelle  an der  ich  meine ersten beiden Barben fing, konnte ich nie wieder einen Fisch an den Haken bringen somit  ist der  Schnitt 71,5 cm ;)  Aber  mal im Ernst, Stellen an denen sich nur Großbarben aufhalten, und auch Stückzahlen gemacht werden können, sind wohl so rar, dass sie nicht aufgefunden werden. Oder gibt es die gar nicht?

Jens: Hey Gegenfragen sind hier nicht gestattet. Naja sei es drum. Wenn wir ne sichere Grossbarbenstelle wüssten, würden wir doch sicherlich nur noch da hocken oder? Und du machst dir Gedanken um Stückzahlen und Grossbarben ;)

Timo: Gedanken mache  ich  mir darüber nicht, aber wenn du nach einem  70iger Schnitt fragst, muß ich so gegen fragen.

Jens: Mit welcher Methode gehst du das Barbenfischen an?

Timo: Feedern mit Madenbündeln, aber  auch  Boilies, Käse, Fischpellets an der Haarmontage.

Jens: Wenn ich deine Madenbündel manchmal so sehe, denke ich du willst auf Waller feedern. Haste damit nicht viele Fehlbisse (da du ja kein Doppelhakensystem verwendest)?

Timo: Sicherlich habe ich  auch Fehlbisse  (wie alle  anderen auch),  diese  werden aber wohl nie ausbleiben. Solange die  Hakenspitze  frei liegt sehe ich darin kein Problem.

Jens: Beschreib doch mal kurz den Aufbau deiner Montage?

Timo: Ich bin kein Fan von viel Gefuddels, also halte ich die Montagen so einfach es  nur geht, 28er Hauptschnur (dehnungsarme Mono), ca. 50cm Feedergum auf dem eine Gummiperle, eine  Einhänger  für den Futterkorb, und noch  eine  Gummiperle frei gleiten, dann das Vorfach (entweder weiches  Geflecht für Haarmontage,  oder 25er Mono mit 6er Haken)

Jens: Würdest du sagen das die Bezeichnung „der Mann fürs Grobe“ auf dich zutrifft? Bist ja oft sehr extrem in deinem Handeln.

Timo: Das ich oft zu hart drille musste ich ja leider schon öfter feststellen, ich bin ja aber  schon  auf  dem Weg der  Besserung.  Aber sonst sehe ich mein Handeln nicht als grob an, Riesenkörbe mit viel Futter bringen in einem Strom wie dem Rhein keinerlei  Nachteile. Und wenn ich einen 20er Boilie oder einen großen Käseklumpen dran hänge, fange ich an dieser Rute meistens nix oder zumindest weniger als mit der  Madenrute, aber ich bin sicher irgendwann fange ich die erste Granate auf einen solchen Köder. Und ob diese Granate dann auch einen kleinen Madenbündel  genommen hätte, wird dann offen bleiben. Andere Angler sehen mich auch immer schief an wenn ich mit 15cm oder 23cm Gummifischen auf Zander angele. Dazu kann  ich heute  sagen: Wer fängt hat recht!

Jens: Wenigstens gibste zu dass du im Unrecht bist J

Timo: Bei den Barben noch, ja. Zander konnte ich ja schon  fangen auf große Köder, und die konnten sich ja wie  du weißt auch  sehen lassen, aber das  ist jetzt zu weit weg vom Thema.

Jens: Welches Futter verwendest du und welche Köder sind deine Favoriten?

Timo: Alle möglichen Fertigfuttermischungen mit  viel  Maden, eventuell noch Mais, und die verwendeten Hakenköder wie Pellets, Käsestücke  oder Boilies. Die meisten Barben werden mit Madenbündeln überlistet, aber  ich fische immer eine Rute  mit den o.g. Ködern. Immer mal  wieder lässt  sich auch  eine Barbe auf diese Köder fangen. Und irgendwann kommt der Tag an dem sich ein großer Käseklumpen oder Riesenboilie als  Joker  heraus stellt.

Jens: Denke ich insgeheim auch und gönne Dir den Fisch dann auch. Wenn er bei mir beißen würde gönne ich mir den dann übrigens auch, soll ja fair bleiben ;).

Wie groß war deine größte Barbe und unter welchen Umständen konntest du sie überlisten?

Timo: S. o. 75cm bei 4Kg. Es war der erste Versuch überhaupt eine Barbe zu fangen, die Montage  war recht banal: Karpfenrute,  Baitrunner, 35er Mono, 150g  Sargblei, Haarmontage, als Köder  ein  ca.  30mm Käsewürfel. Gefüttert habe  ich nur von Hand mit  einigen wenigen  Käsestücken.  Innerhalb von  einer Stunde fing ich noch eine 68er mit 3,5Kg. Ich  war wohl zufällig zur richtigen Zeit am  richtigen Ort.

Jens: Glück gehört auf alle Fälle auch dazu, sonst wärs ja zu einfach. Was war eigentlich dein größter Pechtag (irgendwas war da doch mal ;) ?

Timo: Klar war das Glück für dich,  dass  ich diese zwei netten Tiere gefangen habe, sonst hättest  du mich ja nicht so  einfach von Zanderangeln zum  Barbenfischen holen können  ;)     Größter Pechtag? Fällt mir momentan angeltechnisch keiner ein. Klar  irgendwas ist ja immer, hähähä.

Jens: Und ich dachte du hättest in Schierstein schon mal nen Pechtag gehabt, nachdem du dich noch tagelang geärgert hast. Kann aber auch ein andere Timo gewesen sein hähä.

Timo: Du meinst den einzigsten Barbenbiss den wir an  diesem Tag hatten? Ich  muß  zu meiner Schande gestehen,  dass das  wohl kein Pech  war. Ich  hätte wohl die Schnur mal  kontrollieren sollen,  und die Bremse  etwas weiter öffnen müssen. Übrigens kam der Biss auf Käse, obwohl Maden keinen Biss (zumindest Barben) brachte. Da hatte  ich also schon  mein Joker-Erlebnis.

Jens: Welcher Ansitz ist dir aus welchen Gründen auch immer in besonderer Erinnerung geblieben?

Timo: Der eben beschriebene Ansitz, da  es Spätsommer war und die  Barben soviel Power  hatten um  sogar während des Drills mehrmals aus dem Wasser  zu springen wie ein Hecht. Und jeder  Ansitz  mit Hasi, Gründe  sind  ja  bekannt.

Jens: Hatten die echt soviel Power, oder haste vielleicht „etwas“ zu viel Druck aufgebaut?

Timo: Du fragst, ob  ich die Fische an die Wasseroberfläche gerissen habe? Nein, ich  habe sogar ängstlicherweise langsam gedrillt, ich  wollte die Barben  ja unbedingt landen (klar will  man ja normalerweise immer).

Jens: Wo fängt für dich ne wirklich gute Barbe an (Gewicht bzw. Länge)?

Timo: Momentan würde  ich mich auf 65cm fest legen, da wir  solche öfter mal fangen, 70cm ist dann  schon eher ein Ziel für  zukünftige Ansitze (hab ja erst eine darüber gefangen).  Natürlich kann man  auch kleinere  Barben als  wirklich  gut  bezeichnen, wenn sie so richtig was auf die Waage bringen.

Jens: Gibt es irgendwelche Tipps oder Tricks welche du uns verraten willst ;)?

Timo: Viel ausprobieren, nicht immer nur mit Madenbündeln  angeln,  auch wenn diese die meisten Fische fangen.

zurück zur Interviewseite