
Das wichtigste Teil der Ausrüstung verdient besondere Aufmerksamkeit. Hier entscheidet sich nämlich ob es überhaupt zu einem Drill kommt und ob dieser auch erfolgreich verläuft. Oftmals wird es auf ein schlechtes Beissverhalten oder Kleinfische geschoben, wenn die Bissanzeige sich nur kurz bewegt und sonst nichts mehr passiert. Dabei würde sich die Rute bei Beachtung diverser Punkte wesentlich öfter Richtung Wasser biegen als von vielen Kollegen erwartet. Typisch für die Barbe ist nämlich der so genannte Fluchtbiss, bei dem sie sich durch das schwere Blei und den Druck auf die Schnur selbst hakt, natürlich vorausgesetzt der Haken macht seinen Job perfekt. In diesem Moment ist schon alles entschieden und wir brauchen keinen Anschlag im herkömmlichen Sinne mehr.
An einen Barbenhaken werden, bis auf bestmögliche Schärfe, nämlich ganz andere Anforderungen gestellt als an sonstige Weissfischhaken. Kenngrößen sind die Wahl des Köders und die Größe der zu erwartenden Barben (obwohl wir ja eh immer nur Kapitale erwarten ;).
Direkt ausschließen kann man meiner Meinung nach Haken an fertig gebundenen Vorfächern. Es wird nie die passende Kombination aus Hakentyp, Hakengröße und Vorfachstärke (Qualitätsschnur Fehlanzeige) geben. Wenn wir alle Barben gelandet hätten, welche wir in unseren Anfängen durch diesen Schrott verloren haben, wäre die Bilanz jedes einzelnen wesentlich erfreulicher gewesen.
In der Hoffnung endlich keine Fische mehr durch selbstgebundene Vorfächer zu verlieren, fingen ich an selber Haken auszuwählen die uns tauglich schienen. Auch hier gab es noch sehr viele Aussteiger z.B. durch aufgebogene Haken, wenngleich Fehlbisse seltener wurden.
Probleme sind z.B. bei einem Modell für Madenbündel folgende:
WICHTIG: Wenn der Haken nicht mehr 100%ig scharf ist sofort austauschen oder gegebenenfalls nachschärfen. Geiz wird an dieser Stelle besonders hart abgestraft, da unterm Strich weniger Bisse hängen!. Besonders oft werden Haken beim Befüllen des Korbes oder einholen der Montage an Steinen entschärft!!!
Obwohl es Unmengen an Haken auf dem Markt gibt, sind doch nur wenige wirklich empfehlenswert und dazu auch noch Geschmackssache des jeweiligen Anglers.
Plättchenhaken, Länge 13,5mm,Hakenbogenweite 7mm, Drahtstärke 0,75mm gemittelt da Querschnitt nicht rund
Für einen 6er Haken (grösste Ausführung) sehr klein ausgefallen. Gut wenn mit ca 5 Maden gefischt werden soll. Durch den dicken Draht sehr stabil. Wird schnell stumpf und macht dann das (ohnehin schon schwere) Aufziehen der Maden unmöglich. Dann sofort austauschen! Haken ist gut fürs Winterfischen. Schärfe Note 2.
Gesamtnote 3
Plättchenhaken, Länge 15mm,Hakenbogenweite 9mm, Drahtstärke 0,65mm gemittelt da Querschnitt nicht rund
Optimale Grösse um mit sehr vielen Maden (8Stück kein Problem) zu fischen. Maden lassen sich sehr gut aufziehen, da der Draht recht dünn ist. In Verbindung mit dem weiten Bogen ist er durch ordentlich Druck schon oft aufgebogen. Dies jedoch nur bei Hängern, was ihn eh unbrauchbar macht, da schnell stumpf. Fische habe ich damit zwar noch nicht verloren, doch ab und an nach dem Landen schon nachbiegen müssen :( . Ein guter Haken bei weichen Ruten/Schnüren und nicht so starken Barben in lockerer Strömung. Schärfe 2.
Gesamtnote 2.
Plättchenhaken, Länge 18mm,Hakenbogenweite 9,5mm, Drahtstärke 0,75mm
Plättchenhaken, Länge 15mm,Hakenbogenweite 8mm, Drahtstärke 0,6mmAm liebsten fische ich den Pro-Barbel von Robinson in Gr.4 und Gr.6. Gibt zwar schärfere Haken, doch die sind nicht so haltbar wie der Pro-Barbel und auch nicht so günstig (1,50€ /12Stück). Bündel von 10 Maden lassen sich damit gepflegt anbieten. Auch gut ist ebenfalls ein Robinson Haken mit Öhr nämlich der Pro-Bream. Er kann sehr gut für das Doppelrig verwendet werden. Boiliehaken möchte ich momentan noch nicht empfehlen, da ich damit im Bezug auf Barben noch nicht genug Erfahrung habe.


In Sachen Haken bin ich derzeit mit verschiedenen Modellen unterwegs.
Das von mir anfänglich bevorzugte Hakenmodell war der Hayabusa SNA201 in den Größen 6 / 8. Ich hatte vor einigen Jahren mehr oder weniger zufällig mal einige Packungen gekauft und war schlichtweg begeistert, diese Haken sind an Schärfe und Haltbarkeit kaum zu übertreffen. Der Haken ist leider auf dem deutschen Markt kaum mehr zu bekommen, da hier nach Auskunft von Hayabusa ein Importeur fehlt..... Nach Verbrauch meiner Restbestände musste ich mich wohl oder übel nach einem Nachfolger umsehen.
Nachdem mein Vorrat an Hayabusa den Ende zu ging, habe ich mich an den Regalen der verschiedene Fachhändler umgesehen und mal die eine oder andere Packung aus Verzweiflung gekauft ....;) Einer dieser Testkäufe war auch der Gamakatsu LS-3510F in den Größen 2 und 4. Die Schärfe ist ähnlich gut allerdings fehlt mir noch etwas Langzeiterfahrung mit diesem Haken.
Der Robinson Pro-Barbel wurde auch von Jens gefischt, so dass ich mir von ihm ein paar Haken andienen liess :) Dieser Haken ist der eindeutige der stabilste und robusteste von allen, leider fehlt ihm im Vergleich zu den anderen der letzte Schliff in Sachen Schärfe.
Die fehlende Schärfe (ich teste die Haken immer mit der Nagelprobe) führte schliesslich auch recht schnell zur Abwertung und einem guten Platz in meiner Restekiste...;)
Das momentan von uns bevorzugt gefischte Modell ist der Mosella Xedion TXR 6 in der Größe 8. Dieser Haken ist saumässig scharf und stabil zugleich und vorallem mit einem Preis von rund € 3,- für 25 Stück auch für einen relativ schmalen Kurs zu bekommen. Die halbjährlichen 20%-Rabattaktionen eines lokalen Händlers senken den Einkaufspreis dann nochmal erheblich, so dass auch ein hoher Hakenverbrauch während des Fischens nicht zwangsläufig eine private Insolvenz folgen lässt ...;). Ein Nachschleifen des Hakens kann man bei diesen Preisen getrost vergessen - zudem lässt sich die chemisch geschärfte Spitze mit Schleifpapier o.ä. ohnehin nur näherungsweise wiederherstellen. Bei stumpfen oder verbogenen Hakenspitzen gilt also: Im Zweifel für den Fachhändler und ruckzuck ein neues Vorfach mit frischem Haken montiert.