
Rhein=viele Barben vorhanden = gute Barbenfänge. So oder ähnlich kommen viele Aussagen von Angelkollegen aus anderen Gebieten Deutschlands, welche in ihrem Fluss nur sehr wenig Barben fangen und somit annehmen es gäbe nur wenige. Ganz so einfach ist die Gleichung jedoch leider nicht aufzumachen, was ich hiermit mal zu klären versuche.
Völlig unbestritten ist die Tatsache das man nur dort Barben fangen kann wo diese auch tatsächlich existieren. Gehe ich jedoch an eine, wohlgemerkt für Barben, ungeeignete Stelle werde ich selbst am Rhein kaum mal eine Barbe erwischen. Würde ich beispielsweise 500m weiter stromauf meine Ruten auswerfen, könnte ich mit großer Wahrscheinlichkeit mehrere überlisten. Da nützt es mir auch wenig wenn eine Barbe bis zu 8km pro Tag schwimmt, wenn sie den ersten Angelplatz gar nicht erst anschwimmt. Denn egal wie toll mein Futter auch riecht, es werden keine Plätze aufgesucht welche sie nicht sowieso in der Routenplanung haben.
Natürlich gibt es gewisse Faustregeln zur Bestimmung geeigneter Plätze. Diese sollten gewöhnlich (wie meine Lieblingsstrecke) folgendermaßen aussehen, nämlich starke Strömung gepaart mit Wassertiefe1m-3m und Kiesgrund (möglichst ohne Hindernisse für unsere Montagen ;). Andererseits können an gewissen Abschnitten und zu verschiedenen Jahreszeiten aber auch tiefe Bereiche mit wenig Strömung (z.B. Buhnen) die besseren Ergebnisse bringen. Kein Problem ist es, wenn die Stelle sehr stark befischt wird, wie allgemein angenommen. Hier fliegt sehr viel Futter rein und dient immer als gut angefütterte Stelle ;). Einziger Wehmutstropfen sind die nervenden Glöckchen der Kollegen (Fische fangen sie im Verhältnis eh wenige und lassen uns somit genug übrig ;). Vermutlich wirst Du durch diese Beschreibungen keinen Fisch mehr fangen als sonst auch, daher gibt es nur einen funktionierenden aber sehr zeitraubenden Weg zum Fisch. Dieser setzt sich aus Recherche und Testfischen zusammen. Kann sehr mühsam sein, zahlt sich aber auf lange Sicht aus.
Aufwändige Recherchen geben erste Anhaltspunkte bei dem Auffinden geeigneter Plätze. Kollegen fragen ist sehr bequem, bringt aber meistens kein Ergebnis da oftmals nur Müll erzählt oder weitererzählt wird (ich kenn einen, der kennt einen oder jede so groß das man sie nicht mehr im Nacken greifen konnte ;). Werden Wettfischen durchgeführt, lohnt sich immer ein Beobachten der Fänge und das Beantworten folgender Fragen:
Generell teste ich mit Maden, da diese die meisten Bisse bringen und damit am aussagekräftigsten sind. Habe ich nach 3 Stunden keinen Biss wird eingepackt und anschließend noch ein anderer Platz besucht (Trockenfutter hierfür im Auto deponieren). Bequemlichkeit ist hier ein echter Nachteil, da ich bei uns bislang nie länger als 3 Stunden auf einen Barbenbiss warten musste (oder dann eben keine fing ;). Hierbei unterscheidet sich die Barbenfischerei deutlich vom z.B. Karpfenfischen.
Zur Bewertung ziehe ich folgende Annahmen heran bzw. achte auf diese Punkte: