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Köder und Futter

Im Gegensatz zu manchen Anglern sind die Barben durchaus flexible Naturen und erweitern ihren Speiseplan gerne um alles Mögliche. Die altbekannten Köder wie Maden, Käse, Teig usw. finden immer Abnehmer. Betrachtet man die Hitliste der englischen Kollegen fällt allerdings auf, dass diese fast alle Gross-Barben mit Boilie oder Pellet überlisten. Kurioserweise werden desöfteren auch kleine Fischchen  Opfer von Barben, was die nicht seltenen Fänge von Raubfischanglern belegen. Helmut hatte z.B. beim nächtlichen Zanderfischen mit flach laufendem Wobbler mal das Vergnügen eine landen zu können.

Eine sogenannte Rapala-Barbe

Kein Winzling, aber sieht nicht aus wie ein Zander?

Im Anschluss werden diverse Köder, Grundfutter und Erfahrungen damit erläutert. Funktionierende Montagen werden übrigens unter Vorfach gezeigt:

Maden

Der beste und gleichzeitig problematischste Köder. Mit keinem anderen Köder kann man so viele Barben fangen. Leider finden auch nahezu alle anderen Fische diesen Köder klasse und können einem den Weg zur Barbe ordentlich verbauen. Wer gemütlich im Stuhl sitzt und auf seine Barbe wartet, aber leider dauernd Brassen (auch Große machen irgendwann keinen Spaß mehr) abhaken muss, ist spätestens nach 2 Stunden reichlich genervt und wird freiwillig auf andere Köder umsatteln. Andererseits kann es an einem Tag ohne Barbenbiss mal ganz schön sein überhaupt mal was Flossenbestücktes in Empfang zu nehmen ;). Es gibt Gewässerabschnitte, wo wir fast keine anderen Fische außer Barben vorfinden und somit das Madenbündel einwandfrei verwenden können ohne es an die Nerven zu bekommen. Klar wird hin und wieder mal eine schöne Nase oder ein Döbel beißen, doch das wird niemanden wirklich stören. Ein Problem stellt sich aber auch hier noch dar. Wenn an diesem Abschnitt sehr viele kleinere Barben beheimatet sind, ist es nicht möglich diese zu deselektieren. Egal wie groß das Madenbündel auch sein wird, es passt auch ins Maul eines Barbenbabys. Um dann an die größeren Exemplare ranzukommen hilft nur noch ein Vorgehen was in England „playing the numbers game“ genannt wird, nämlich das Durchangeln sämtlicher Fische. Bei Tests im letzten Winter lag die Bissquote Maden vs. Boilie übrigens bei 3:1. Zum Thema Madenveredelung gibt's einen interessanten Bericht von Stuart : Bic Mac oder besser?

Boilie

Könnte sich als perfekter Köder für Gross-Barben etablieren. Ebenso helfen sie auch kleinere Brassen (aber auch nur diese) vom Haken fernzuhalten. Haben schon einige Barben damit gefangen, doch leider wegen den höheren Stückzahlen mit Maden und der schwierigeren Beschaffung geeigneter Boilies  diese nicht konsequent eingesetzt. Obwohl es für Barben ab 50cm kein Problem ist 20iger Boilies zu verspeisen, wird zum Vertrauensaufbau vorerst mal mit 14ern gefischt. Normalerweise müssten Fischboilies gut sein, da diese eigentlich auch nichts anderes darstellen als Heilbutt-Pellets, doch der Erfolg damit blieb bislang aus. Höre auch aus Karpfenanglerkreisen das Barben momentan nur auf süßere Scopex-Boilies gefangen werden. Denke es werden die nächste Zeit einige wertvolle Erfahrungen damit gemacht werden können, da Boilie-Spezialist Helmut uns auf diesem Gebiet etwas optimieren wird und Köder plus Montagetipps liefern will. Übrigens konnte Timo zu Beginn seiner Anglerkarriere zwei kapitale Barben (Ü70 & Ü80) auf Boilie erwischen. Macht wohl Sinn in Zukunft mehr auf diesen Köder zu setzen um Grossbarben zu fangen, als mit anderen Ködern Stückzahlen zu erzielen.

Pellets

Heilbutt-Pellets bestehen entgegen der Namensgebung nicht aus Heilbutt, sondern aus Fischmehl und werden hauptsächlich in Fischfarmen zum Füttern der Zuchtfische verwendet. Mittlerweile hat sich der Pellet jedoch auch als Angelköder etabliert und wird hauptsächlich für die Fischerei auf Waller und Karpfen verwendet.  Erhältlich sind die Pellets verschiedene Körnungen, wobei die 15er und 20er die optimale Größe für den Barbenfang darstellt. Der Pellet ist als Hakenköder sehr haltbar und löst sich je nach Wassertemperatur erst nach mehreren Stunden auf. Mit dem Wurfrohr oder der Futterschleuder lässt dieser auch relativ leicht Anfüttern.

Die Pellets werden an einer Haar-Montage angeboten und müssen daher aufgezogen werden. Aufgrund der festen Pressung sind diese Köder sehr spröde und platzen beim Einstechen der Boilienadel sehr leicht, je nach Konsistenz der verwendeten Pellets ist hier also der Einsatz des Boiliebohrers angesagt.

Käse

Klassicher Köder für Barben ist Käse, lernt man in der Angelprüfung und stimmt auch soweit. Nicht zu empfehlen sind diverse Hartkäsesorten (Parmesan usw.). Als gut stellte sich weicher Käse wie Gouda jung und Babybell raus. Zum Einsatz kommen Würfel Kantenlänge <20mm dieser Sorten, welche entweder direkt auf den Haken aufgezogen werden (sofortiger Anschlag erforderlich um den Haken greifen zu lassen), oder auf dem Haar als Selbsthakmethode gefischt wird. Helmut fing vor 20 Jahren seine ersten Barben indem er eine Brandungsrute hiermit bestückte und ein 160g Blei in den Hauptstrom des Rhein feuerte. Dann hieß es abwarten bis die Rute sich krümmte und die Barbe am schweren Gerät gelandet wurde. Vielleicht ist er so was wie ein Pioneer des Heavy-Feederns ;). Timo fischt heute noch mit Käse und bekommt gelegentlich mal nen Biss darauf, den er aber vor lauter Aufregung darüber meist versemmelt. Zum Thema Käse sollte man sich auch gleich mal den Bericht von Timo durchlesen: Alles Made oder was?

Grundfutter

Wenn man Barbenfischen geht will man ja immer optimal fangen und dann sollte auch nicht am falschen Ende gespart werden. Jetzt werden einige Kollegen schon den Schweiss auf der Stirn stehen haben, denn gutes Futter kann sehr teuer sein. Jetzt wird aber erst mal wieder eine etwas bessere Stimmung produziert indem ich einfach mal folgendes klarstelle: " Gutes Futter ist nicht teuer und wer 3,50€ für ein Kilo hinlegt ist selber Schuld!!!!!". Schlimm das mancher so teures Futter fischt, dann aber die billigsten Haken und die miesesten Schnüre kauft, weil Geiz eben geil ist.

Ich komme zu dieser Aussage, weil wir meist mit mehreren Leuten fischen und kein richtiger Trend zu einem Wunderfutter auszumachen ist. Natürlich wird dies durch die Industrie/Medien immer wieder so dargestellt, doch die wollen ja schließlich auch nur unser Bestes ;). Geht bei mir so weit sogar die Maden aus dem Futter rauszulassen, da ich eher besser fange als früher mit Maden. Schaden tun sie ausser dem Geldbeutel nicht, aber genausowenig bringen sie mir auch.

Meine Futtermischungen werden im Ebay von Angelsport Ofenloch für unter einem € pro Kilo versteigert und bekommen keinerlei Zusätze mehr. Natürlich ist es dann gut wenn dies mehrere tun und einer das Futter für die Kollegen mitbringt. Da aber nicht jeder in der Nähe wohnt lohnt sich auch der Versandweg womit der Kilopreis vielleicht um 50 Cent steigt, aber dann keine Zeit zur Abholung aufgebracht werden muss.

Meiner Meinung nach eigenen sich alle Mischungen für Flüsse. Die Bindekraft lässt sich mit der Wasserzugabe steuern und somit stellt eine hohe Bindeeigenschaft kein Problem dar. Dies ist sogar oft gewollt, wenn man nicht dauernd das Körbchen nachfüllen will (Nachtfischen; 2 Ruten).

Wenn man meint es würde nicht genug riechen, wäre eine Lockstoffzugabe oder ein Besprühen des Korbes mit Lockstoff ein Möglichkeit. Häufig wird die Wirkung aber überschätzt, dennoch erliege ich manchmal auch dem Sprühfläschchen ;).

Übrigens rate ich immer ein Päckchen Trockenfutter als Reserve mitzunehmen, wenn es gut beißt oder der Ansitz kurzerhand länger als geplant wird.

Konsistenz bei Grundfutter vor dem Einsatz prüfen

Werden oft gefragt wie lange das Futter wohl im Körbchen bleibt. Kann natürlich nicht allgemein beantwortet werden, doch folgendes Beispiel sollte helfen ein Gefühl dafür zu bekommen. Die Filme sind mit einer Digicam gedreht, also keine Wunder erwarten ;). Übrigens nuschel ich nicht halb so viel wie es der Film vermuten lässt :)

Hier ist das Comet von Ofenloch stark angefeuchtet und mit hohem Druck in das Körbchen gedrückt worden. In der Mitte des Körbchens befinden sich Separat eingestreute Maden (wichtig, da sonst das Auflöseverhalten komplett anders ist).

Film Korb 1.Minute: Start

Film Korb 5.Minuten: Wie geplant geht es relativ langsam da mit 2 Ruten gefischt wird.

Film Korb 6,5Minuten: Maden haben den Korb mittlerweile schon etwas gelöchert (deshalb diese nur in die Mitte einbauen)

Film Korb: 7,5 Minuten: Der erste Deckel fliegt weg, der zweite ca. 1 Minute später

Nun wird klar, das es mit diesem Futter in dieser Konsistenz keinen Sinn macht schon nach 5 Minuten die Rute einzuholen. Die Folge ist ein Entleeren des Korbes beim Einholen. Leider fliegt das Futter dann irgendwo hin und die Fische kommen nicht an den Platz. Länger als 10-15 Minuten sollte man aber auch nicht warten, da sonst nichts mehr abgegeben werden kann. Dies ist aber dann eher hinzunehmen als das unkontrollierte Verteilen.

Merke: Zu wissen was das Futter macht ist wichtiger als die Lockstoffe darin ;) !

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