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Doppelt 70ig


Gestern waren Timo und ich mal zu nem abendlichen Trip am Start. Trafen uns um erstmal abzuchecken, wie wir am besten an den neuen Bereich kommen könnten (welcher eigentlich schon im letzten Jahr mal befischt werden sollte). Nach einer kleinen Besichtigungstour entschieden wir uns für eine Aussenkurve mit schnellerer Strömung und testeten mal wie die Grundbeschaffenheit und Tiefe ist. Erfreulicherweise gab es keinerlei Hänger bei einer Tiefe von etwa 3m. Nach ein paar Probedurchgängen war klar, dass sich hier einige Muschelbänke angesiedelt hatten. Also alles in Allem eine vielversprechende Stelle.

Timo wollte seine neuen 1,75lbs Barbenruten testen und verzichtete auf die Cherrys.   Leider war die Wahl der 20iger Hauptschnur ohne Freilaufrolle etwas unglücklich und somit war der erste heftige Biss so schnell vorbei wie er kam. Zurück blieb ein reichlich weggebogener Rod-Pod und verdutzter Timo. Weiss jetzt nicht genau ob es die Strafe für das unverschämte Abstauben des Endplatzes war, oder das dichte Aufrücken an meinen Platz;). Naja immerhin lies er mir ja grosszügige 10m Platz zum fischen. Tja, so sind die Jungangler eben. Wollte mich allerdings auch nicht beschweren, da er schliesslich ein paar Flaschen Bier sponserte ;).

Nach einem weiteren Vorfall, bei dem er mal wieder seine ganze Energie in einen Anschlag steckte, baute er freiwillig auf dickeres Kabel um. Die Ruten würden eine 20iger vielleicht noch hergeben, aber nicht in Verbindung mit solch schweren Bleien (wer sagt eine 1,75er kann man nicht mit 150g fischen, sollte mal Timo ranlassen ;).

Bislang nur als ständig fütternder Zuschauer beteiligt, ging ich zu ihm rüber um mir mal ein Schmerzensgeld-Bierchen abzuholen. Gerade in dem Moment als ich das Bier Oberkante Unterlippe hatte wurde meine rechte Rute so derb nach unten gerissen, dass bei mir doch kleinere Verlustängste aufkamen (Tripod hat mich zwar noch nie entäuscht, aber wer weiss). Der Baitrunner pfiff wie zu alten Karpfenzeiten. Als ich die Rute nach einem Moment erreichte, hatte sie sich glücklicherweise noch nirgends mit dem Korb eingehängt und das Vorfach zerfetzt. War relativ schnell klar, dass diese Barbe das Mindestmass schon erreicht haben dürfte. Nach einigem Minuten konnte ich eine gute Barbe landen. Timo wollte mir helfen und hing mit in der Schnur. Eigentlich kein Wunder wenn man sich so nah heransetzt. Da es aber glimpflich ausging kein Problem und wenig Diskussionen ;).

So proportioniert sollten sie alle aussehen.

Im Kescher wirkte sie schon sehr ordentlich und das Messen zeigte dementsprechend 70cm bei 6,6Pfd an. War ein perfekt geformter Fisch, welcher sehr imposant aussah und einen scheinbar arg hungrigen Passanten total verzückte (nicht nur diesen ;) ).

Dummerweise bekam ich in diesem Moment einen weiteren guten Biss, zu dem Gehilfe Timo leider nicht mehr rechtzeitig an die Rute kam. Scheinbar haben die Muscheln in diesem Falle kurzen Prozess gemacht und das Vorfach zerschnitten. Dies ist ärgerlich, aber leider trotz bestem Material nicht zu 100% auszuschliessen.

Nachdem ich die Rute wieder ausgelegt hatte bekam ich sofort einen superharten Biss mit noch wilderer Flucht als bei der ersten Barbe. Der Fisch lief ewig weit über die Bremse, ohne dass ich was dagegen tun konnte. Es blieb mir nichts anderes übrig als dem Fisch nachzulaufen und ihn ca. 50m stromab zu drillen. Uns war klar das es sich um drei Möglichkeiten handelte:

1. Monsterbarbe
2.Barbe extern gehakt
3. Karpfen

Die Möglichkeit 2 war nach ewigen Minuten Gewissheit. Eine auch nicht gerade Untermassige hatte sich den Haken an die Rückenflosse gehängt und gab ordentlich Gas. Da gefangen aber schliesslich  gefangen ist, kam doch Freude auf ;). Sagte zu Timo wir brauchen keine Bilder machen, aber aufgrund der 72cm habe ich mich dann doch noch umentschieden. Hatte allerdings nur 6Pfd und erschien gegen die vorherige 70iger eher klein. Zeigt einmal mehr, dass die Körperlänge einer Barbe keine allzu grosse Aussagekraft über die Grösse besitzt.



72er Slimfast Barbe

Der Schwarm grösserer Fische war fort und es bissen ab dann nur noch kleine bis mittlere Exemplare, welche hier nicht sonderlich erwähnt werden müssen. Ergebnis: Timo hatte am Ende 4 und ich 6 Stück.

Auffällig war die Geschwindigkeitssteigerung der Joggerinnen bei Timo`s Anblick. Man kann es ihnen ja auch nicht verdenken. Sieht er doch ohen die Brassenkrone aus wie der Reiter der Apokalypse :).

Morgen werden wir es nochmals versuchen, allerdings sitze ich dann auf dem Endplatz (obwohl es keine Rolle spielte).


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