
Was macht man an Neujahr anderes als ein fish in. Also bin ich heute morgen nach dem Frühstück gleich an den Rhein gestartet. Ich wollte eine neue Stelle an einem Warmwassereinlauf testen, die etwas entfernter liegt als unsere üblichen Stellen, dies erschien mir bei den Wassertemperaturen am besten. Da ich dort mit einem hohen Fischaufkommen gerechnet habe, mixte ich etwas mehr Futter an als im Winter üblich (10 statt 2 Liter). Ich wusste von einer früheren Zandertour das man zu dieser Stelle recht weit laufen musste. Als ich endlich nach einer Stunde Fahrt dort ankam, schaute ich erst mal auf das Schild mit den Rheinkilometern. Ich musste leider feststellen, dass die Stelle die ich befischen wollte noch 2,5 KM entfernt ist, aber in Anbetracht der 30-35 Kilo Gepäck die ich auf den Schultern hatte, und der Schneestiefel die meine Füße zierten sollte das ja ein Klacks sein. Bei so einem Marsch von einer Stunde fallen einem ganz eigenartige Sachen ein: Wollte ich mir nicht schon immer mal einen Trolly kaufen? Warum brauche ich heute eigentlich 10 Liter Futter und ca. 25 Körbe? Warum hab ich nicht aufgehört zu rauchen? Und vor allem, warum ist Jens heute nicht dabei, der hat gestern so führsorglich mein Zeug ans Wasser gefahren?
Um 12 Uhr war ich endlich an der Angelstelle angekommen, ganz erschöpft hab ich dann meine Sachen auf der Steinschüttung abgelegt. Ohoh, was war das für ein Knacks??? Beim Aufbauen musste ich dann feststellen, dass es zwar vorteilhaft ist einen Rod-Pod dabei zu haben, aber wenn man die eine Rutenauflage abbricht bringt er einem nicht mehr allzu viel.
Warum nennt mich Jens eigentlich Demolition Man, komisch?
Naja um 12.30 konnte ich dann anfangen zu füttern und zu angeln, die Strömung sah auf den ersten Blick zwar sehr mau aus, aber hier waren Körbe von 140g notwendig. Ich bestückte eine Rute traditionell mit Maden und eine mit Pellet, gefischt wurde ca. 30m und 20m vom Ufer. Nach bereits 40 Minuten bekam ich den ersten Biss auf Pellet (mein erster überhaupt auf Pellet), leider stieg der Fisch nach kurzem heftigem Drill aus. Ich kontrollierte gleich meine Haarmontage, aber der Haken war noch scharf. Da dann einige Zeit ohne Aktion verstrich, entschloss ich mich die Madenrute mal 10m vors Ufer zu legen, was sich auch 10 Minuten später auszahlte. Oh was war das, wieder heftige Fluchten, ich dachte an eine bessere Barbe, da die letzten Fische alle recht träge waren. Nach kurzem Drill konnte ich eine ca. 45-50cm Barbe landen. Welche Kampfkraft, ob´s am Warmwassereinlauf liegt?
Ich legte die Rute natürlich wieder direkt vors Ufer, und es tat sich erst mal nichts mehr. Nun gesellte sich auch Team Santa Claus Fraktion Biblis Ost zu mir, die mich freundlicherweise mit ihren Ruten umzingelten.
Nach kräftigem Nachfüttern meldete sich nach einer halben Stunde mein Baitrunner mit einem Dauerton, was für ein Biss. Ich merkte im Drill direkt dass es sich diesmal um einen guten Fisch handeln muss. Ich konnte eine schöne Barbe mit 68cm und genau 3000g keschern. Das war auch leider der letzte Fisch den ich mit diesem Kescher landen konnte, als der Fisch anfing zu zappeln, flog er nämlich in Fetzen. Da war sie wieder, die Demolition Man Frage ;)
Als nun nichts mehr beißen wollte, entschloss ich mich (hoch erfreut und zufrieden) nach 3 Stunden Angelzeit einzupacken und mich auf den Rückweg zu machen. Auf dem Rückweg lies die Freude dann doch wieder etwas nach ;)
Ich denke dass die Stelle momentan sehr gut ist, wenn man mal die Fänge in letzter Zeit betrachtet. Ich bin sicher dort werden wir mal mit 4 Mann angreifen müssen.
P.S. Bilder gibt es leider keine zum Bericht, da ich alleine war und die Fische bei den Temperaturen nicht lange mit Selbstauslöserbildern quälen wollte. Ohnehin hätte sich dies in der steilen Steinpackung als schwierig erweisen können.