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Barben satt !!??

Berichten möchte ich von einer früheren Session Ende September am Rhein.

Nachdem ich mich im Videotext über den aktuellen Wasserstand informierte, fiel die Wahl des Angelplatzes auf ein Übergangsstück eines Altarmes zum Großrhein.

Auf diesem Platz hatte ich bei vorherigen Ansitzen, bei ähnlichem Wasserstand recht erfolgreich auf Karpfen geangelt. Wie so oft sollte es Freitagnachmittag nach der Arbeit zum Angeln gehen.

Bei den damaligen Gegebenheiten: Wettervorhersage für das kommende Wochenende, Wassertemperatur und Wasserstand, wählte ich folgende Futterstrategie:

Viel Futter – Viel Fisch!

Freitagnachmittag endlich Feierabend, schnell nach Hause, vorbereitetes Tackle ins Auto und ab ans Wasser. Prima, der Angelplatz war nicht, von einem hier häufig anzutreffenden osteuropäischen Klingelangler besetzt. Wieder hatte ich ca. 25 Liter Partikel dabei, um die Fische bei Fresslaune zu halten. Bevor ich meine Ruten auslegte, fütterte ich erst einmal mehrere Schaufeln Partikel und ca.100 Boilies direkt in und vor die Steinschüttung. Nun montierte ich meine Ruten, mit je einem 18er Boilie und legte sie aus. Danach wollte ich meinen Angelplatz für die kommende Nacht vorbereiten. Gerade hatte ich es geschafft meinen Schirm aufzustellen, da meldete sich mein Bissanzeiger und eine Barbe konnte meinem Boilie nicht widerstehen. Barbe abhaken, zurücksetzten und nachfüttern. Neuer Boilie drauf und die Montage wieder ins Wasser. So jetzt weiter mit Nachtlager aufschlagen. Pustekuchen! Wieder meldete sich mein Piepser und erneut wehrte sich am anderen Ende eine Barbe. Barbe abhaken, zurücksetzten und nachfüttern. Neuer Boilie drauf und die Montage wieder raus. Das gleiche Spiel. Kaum ist der Köder im Wasser, hängt wieder - na was denn wohl - eine Barbe am Haken. Es war fast unmöglich mit 2 Ruten zu angeln. Biss auf Biss. Was geht denn heute ab, dachte ich mir. Normalerweise beißt es hier doch erst wenn es dunkel ist. Es war noch hell, und die Fische schienen übereinander am Futterplatz zu stehen. Barbe auf Barbe. Irgendwie schaffte ich es doch bevor es Dunkel wurde alles aufzubauen. Zwischendurch immer eine Barbe fangen war schon fast lästig. Eigentlich wollte ich ja Karpfen fangen. Nachdem es dunkel war, ging dann richtig die Post ab. Alle paar  Minuten eine Barbe. Langsam gingen mir die Barben auf die E... .

Was soll ich nur tun gegen diese lästigen Biester?

Zum Ersten viel mir ein nicht mehr nachzufüttern nachdem ich eine Barbe gefangen hatte. Das brachte keinen Erfolg weil die schon gefütterten Partikel durch die Schifffahrt immer wieder aus der Steinschüttung herausgezogen wurden und sich davor nach und nach verteilten.

Zum Zweiten fiel mir ein, einen größeren Boilie zu benutzen. Zu meinen selbst gerollten 18er Boilies mache ich immer einige Handgerollte ca. 25-30mm große Kugeln. Einer dieser großen Kugeln sollte nun verhindern, dass ich wieder eine Barbe fange.

Aber ich hatte mich getäuscht, denn Barben im Fressrausch, machen selbst mit einer 30er Kugel kurzen Prozess. Jetzt beißen wenigstens keine kleinen Barben mehr. Nein, jetzt sind es die Großen. Aber es waren weiterhin Barben. Wo sind die Karpfen?

Frühere Ansitze zeigten, dass Karpfen durch Aktivitäten anderer Fische, auf einen Futterplatz aufmerksam werden und diese dann vertreiben. Bei diesem Fischaufkommen  müssten sie doch irgendwann auftauchen.

Dritter Versuch war, einer dieser großen Boilies min. 20 m vom Futterplatz weg zu legen. Ob weiter draußen, weiter Stromab oder Stromauf, nichts hat geholfen.

Wahrscheinlich war der Barbenschwarm so groß und hungrig das sie alles Fressbare in sich hinein stopften. Barbe auf Barbe bis spät in die Nacht.

Da an Schlafen in dieser Situation überhaupt nicht zu denken war, ich aber langsam doch müde wurde, beschloss ich beide Ruten einzuholen und mich ein bisschen aufs Ohr zu legen. Ich hatte die sch... Barben einfach satt.

In den frühen Morgenstunden, es war gerade am Dämmern, wachte ich auf und legte meine Ruten mit frischen Ködern aus. Ich hatte weder Partikel noch Boilies nachgefüttert um die Barben ja nicht wieder auf den Futterplatz aufmerksam zu machen.

Es war nun ruhig, sehr ruhig. Kein Wackeln an den Rutenspitzen, keine Piepser der Bissanzeiger. Super, Klasse, die Barben hatten sich endlich von meinem Futterplatz entfernt. Müde war ich immer noch, somit legte ich mich wieder hin und schlief auch direkt ein.

Ein Dauerton meines Delkims riss mich aus dem Schlaf. Bei dieser Art Biss, war mir klar dass am anderen Ende KEINE BARBE am Haken hing. Der Fisch schwamm nach dem Anbiss Stromauf und ich wusste, dass dieses nur große Karpfen tun. Nach heftiger Gegenwehr konnte ich meinen bis heute schwersten Spiegelkarpfen aus dem Rhein fangen. 15,1 kg fast ohne Schuppen, „welch ein toller Fisch“.    

Die Barben hatten mir den letzten Nerv geraubt, doch jetzt war alles vergessen. Es kam auch so wie ich es gewohnt war, nach den Barben, Brassen, usw. kommen die Karpfen. Aber so etwas hatte ich noch nie erlebt. So viele Barben hatte ich noch nie gefangen. Ich weiß nicht was möglich gewesen wäre, wenn man an diesem Tag mit Maden oder Ähnlichem gezielt auf Barben geangelt hätte. Mir waren es auch so schon genug und ich hoffe das mir so etwas beim Karpfenangeln nicht wieder passiert.

Viel Futter – Viel Fisch (Barben)!

Helmut

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