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Barbenfischen auf die harte Tour (JDTec packt aus)

 Am Anfang jedes Barbenfischens sollte man sich im Klaren darüber sein, wo man fischt und ob das zur Verfügung stehende Material in Ordnung ist. Die Platzwahl entsprechend der Wasserstände spielt eine sehr große Rolle für den Erfolg oder Misserfolg beim Barbenfischen. Man sollte bei Hochwasser Angelstellen befischen, wo wenig Treibgut im Wasser schwimmt. Es gibt nichts Schlimmeres als ständig Unrat von der Montage zu entfernen. Bei Hochwasser am besten dort fischen, wo bei Flachwasser Sand, Kies oder Wiese zu sehen war. Es bringt meist nichts, in sehr tiefem Wasser zu fischen, weil die Fische bei Hochwasser im Flachwasser auf Nahrungssuche gehen. Barben lieben und schätzen kiesigen Grund, wo sie gute Futtervorkommen finden. Ob bei Hoch- oder bei Niedrigwasser gefischt wird, spielt keine große Rolle. Kiesiger Grund ist in den meisten Fällen der Schlüssel zum Erfolg. Futter vom angelegten Futterplatz wird dort nicht sofort weggespült, sondern setzt sich zwischen dem Kies ab. Dort wird der Duft des Futters die Barben früher oder später zum Futterplatz locken. Mit ihrem rüsselartigen Maul kann die Barbe das Futter hervorragend aus dem Kiesgrund saugen. Dieses Schauspiel habe ich mal auf einem Angelplatz erleben dürfen. Zum Testen der Konsistenz des Futters habe ich einen Futterballen nur zwei Meter von mir in das Wasser geworfen. Nach kurzer Zeit ist mir aufgefallen, dass sich zwei Barben saugend über dem kiesigen Futterplatz eingefunden haben. Weitwürfe sind also nicht immer zwingend erforderlich um Barben zu fangen. Meist sind aber die Großen in der starken Strömung zu finden, daher fische ich überwiegend dort. Meist werden zwei Ruten auf einem Rod Pod, eine in der Strömung und die andere am Rande verwendet. Auch Kurzwürfe sind oft sehr fängig! Dabei ist zu beachten nur, dass die Barbe beim Anschwimmen eines Futterplatzes nicht gegen die Hauptschnur einer Rute schwimmen muss. Die Barbe ist sehr schnurscheu und kann bei einem Kontakt mit der Schnur nur sehr selten wieder an den Futterplatz gelockt werden. Also sollte die Rute, die weiter Stromab gefischt wird, kürzer ausgeworfen werden. So sind die zu vermeidenden Schnurschwimmer so gut wie ausgeschlossen.

 

Die Präsentation des Futters auf dem Angelplatz spielt eine wichtige Rolle beim Barbenfischen im Strom. Es bringt gar nichts, wenn Bestandteile des Futters während des Auswerfens oder beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche verloren geht und weggespült wird. Die Devise lautet: die Konsistenz des Futters so wählen, dass das Futter auch auf dem Grund ankommt und dort liegen bleibt. Die Futterzubereitung sollte sorgfältig durchgeführt werden. Am besten man verwendet schweres Grundfutter mit viel Lebendbestandteilen wie Maden, Caster, Würmer und Mehlwürmer. Das Futter sollte entweder im feuchten Zustand durchgesiebt werden oder man verwendet bei der Zubereitung unter Zugabe von Wasser einen Futtermixer (Quirl). Mit diesen Hilfsmitteln kann eine sehr feine Konsistenz erreicht werden. Futtersorten spielen unserer Meinung nach keine so große Rolle beim Fang von Barben. Bei Wettfischen am Rhein werden Barben oft mit verschiedenen Geschmacksrichtungen gefangen. Nur schwer, ohne Auftrieb sollte es sein. Brassenfutter aus dem Fachhandel ist bestens geeignet.

 

Bei der Schnurwahl sollte bedacht werden, dass die Wollhandkrabbe in dem zu befischenden Gewässer vorkommen kann. Sollte das der Fall sein, kommt man selten um ein geflochtenes Vorfach herum. Diese Vorfächer mit einem Durchmesser von 0,06mm bis 0,10mm (Wiplash Pro) können von den Scheren der Wollhandkrabbe nicht durchtrennt werden. Als Monofile Schnur kann man bei Wollhandkrabben freien Gewässern auf 0,20 – 0,25 mm zurückgreifen. Wir fischen immer dünne geflochtene Vorfächer mit stabilen Haken der Größe 8 – 10. Monofile Hauptschnüre der Stärke 0,30 – 0,35mm sind eine gute Wahl und sollten nicht unterschritten werden.

Als Hakenköder werden meistens Maden, Caster und Mehlwürmer verwendet. Aber auch  eingelegtes Garnelenfleisch in Salzlake aus dem Supermarkt am Haar oder direkt am Haken bewirkt oft Wunder! Käse und Frühstücksfleisch sind Notköder und haben bei Tests weniger gefangen als die oben aufgeführten Hakenköder. Im Sommer, wenn die Barben gut beißen, können auch mal Mini-Boilies am Haar verwendet werden. Muschel und Krabbe kann eine gute Geschmacksrichtung sein. Lebendköder fangen in der Regel mehr.

 

Nun zur Futterkorbmontage. Die Form des Futterkorbes sollte so gewählt werden, dass das Bleigewicht seitlich am Korb befestigt ist, damit der Schwerpunkt soweit wie möglich unten angebracht ist. Ein Wegrollen des Korbes wird somit meistens verhindert. Das Entleeren des Korbes auf dem Grund sollte einige Zeit dauern, damit die Barbe dem Duft des Korbes folgt und zum Hakenköder gelangen kann. Dabei sollte der Korb beim Entleeren auch so ruhig wie möglich am Grund liegen bleiben. Es bringt meistens nichts, wenn ein Korb stromabwärts purzelt und das Futter dabei verteilt. Also die Größe und das Gewicht des Korbes plus Futter so wählen, dass genügend Futter am Futterplatz liegen bleibt. Soviel Gewicht wie nötig und so wenig wie möglich sollte die Regel sein. Natürlich ist das nicht immer einfach, weil z.B. im Winter Blätter und Unrat gegen die Schnur getrieben wird, Schiffe die Strömungsverhältnisse beeinflussen. Vorbeifahrende Schiffe können aber auch zum Vorteil werden! Wenn Strömungsänderung das Futter und den Köder bewegt, kann das oft die Barbe sehr reizen und zum Anbiss verleiten. Ich habe die besten Barben in solchen Situationen gefangen. Zwar treibt dann manchmal auch der von mir entwickelte und patentierte Klapp-Krallenfutterkorb ab, aber bleibt dann mit den Krallen am Grund hängen. So können auch Körbe mit geringerem Gewicht gefischt werden. Im Drill verhalten sich solche Krallenfutterkörbe auch besser als Schwerere. Mit solchen Körben kann sehr oft die Hälfte an Wurfgewicht gefischt werden. Damit ist ein gezieltes Auswerfen auch viel einfacher. Denn welche Feeder- oder Karpfenruten haben schon ein Wurfgewicht von mehr als 200 Gramm und lassen sich damit noch leicht händeln? Da müssten schon schwere Brandungsruten her. Na ja, vom schönen Barbenfischen kann dann nicht mehr die Rede sein. Also Klapp-Krallenkörbe sind Trumpf.

 

Die Montage des Korbes und des Vorfaches sollte so einfach wie möglich gehalten werden. Viele Feederfischer verwenden Schlaufenmontagen, die natürlich auch sehr gut zum Feedern geeignet sind. Die Schlaufenmontagen bringen aber beim Barbenfischen früher oder später Nachteile. Größere Barben starten beim Biss oft mit enormer Kraft durch. Ein z.B. 100 g schwerer Futterkorb wird mit einer Schlaufenmontage den häufigen Verlust der großen Barbe bedeuten, da der Korb am Ende der Schlaufe das Vorfach blockiert und damit den Fisch ausschlitzen lassen kann. Also wer Großbarben in den Unterfangkescher bekommen möchte, sollte auf Laufmontagen zurückgreifen. Am besten nur mit einer Perle zwischen zwei stabilen Wirbeln fischen. Das Futterkörbchen sollte damit frei auf der Hauptschnur laufen. So einfach kann eine gute Barbenmontage aussehen. Der Fisch kann ohne störende Utensilien  frei schwimmen, auch wenn sich der Korb mal am Grund verhaken sollte.

 

!!!Jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen und die in dem Text beschriebenen Techniken sind nur Tipps und Hilfen von uns, um BARBEN zu überlisten!!! Die besagten Großbarben kommen in der Hauptströmung des Rheines öfter vor!!! In den nächsten Jahren wird sicherlich auch die 20 Pfund-Marke geknackt!!!

 

Catch and Release, JDTec / Jörg Düren (www.jdtec.de)

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