
Nachdem das gestrige Fischen mit Timo schon zeigte dass die Brassen ganz gut beissen, wollte ich heute gleich nochmal raus. Da keiner der Herren Zeit hatte musste ich wohl alle Brassen alleine fangen und die ab heute geschonten Barben links liege
Mit ausreichend Futter ausgerüstet stand ich um 13.30Uhr am Ufer und war über den hohen, jedoch konstanten, Wasserstand froh. Vor dem Aufbauen des Geräts wurde gleich mal reichlich vor der Steinpackung gefüttert. Nachdem der erste Biss direkt nach dem Auswerfen kam, sah ich mich schon mit reichlich Fisch beschenkt. Leider hing dieser nicht und trotz massiver Fütterung war die nächsten 2 Stunden nichts zu reissen. Aber so unterschiedlich kann es beim Angeln eben laufen. Das Futter war leer und ich sah mich schon wieder auf dem Heimweg. Doch irgendwie wollte ich nicht als Offenbacher heimkommen und mischte meine Futterreserve (1kg Robinson River) an. Obwohl ich ja nicht so viel auf Wunder-Futtermischungen gebe, motivierte ich mich aber das damit noch was geht.
Nach einer weiteren halben Stunde war klar, das dies wohl auch nicht klappen wird. Also noch eine Viertelstunde und wenn dann nix geht einpacken. Irgendwo müssen die Jungs doch sein, gestern biss es doch auch. Mal etwas weiter stromab geworfen und ein paar Minuten ohne Biss liegen lassen. Dann kam mir eine (im nachinein) göttliche Idee. Alles auf eine Karte setzen und die 10m Distanz vom Ufer verdoppeln bis verdreifachen. Normalerweise bedeuted das dieser Stelle abgerissene Körbe, aber was hatte ich ausser den zwei 190er Krallen zu verlieren?
Nach dem Auswerfen setzte ich mich hin und konnte es kaum fassen wie gut die Körbe trotz sehr harter Strömung da draussen hielten. Wenige Momente später registrierte ich einen ganz guten Biss der linken Rute. Nach dem Aufnehmen der Rute war klar, das es wohl kein Monsterbrassen sein würde. Dennoch erfreute mich das ganz passable Rotauge, da es die eintönige Beissflaute beendete.
Jetzt würden sicher noch mehr Weissfische da draussen anzutreffen sein. Nächster Wurf. Rute ablegen. Kräftiger Biss. Wow das ist aber ein besserer Brassen, welcher sich dann aber recht schnell als Barbe outete. Als sie das erste Mal vor den Füssen auftauchte fiel mir die sehr gute Körperform auf, welche vor der Laichzeit fast schon serienmässig ist. 64cm und 6Pfund brachte das gute Stück auf die Waage. Natürlich wurde sie schnell schonend zurückgesetzt.

Immer diese Fotos, welche man ohne zweiten Mann schiessen muss.
Scheinbar hatten die Fische die ganze zeit auf doppelter Distanz gestanden und sind auf mein Futterteppich nicht eingestiegen. Also wieder raus mit den 3 Maden. Nun passierte ein paar Minuten nichts mehr. Als ich dann einholte um den Korb zu füllen, hing wie am Vortag eine Microbarbe von 17cm am Haken.

Falls bei der 17er Neid aufkommt, morgen nen Arzt aufsuchen ;).
Futter war jetzt wieder fast leer und es konnte nur noch einmal ausgeworfen werden. Nach 10 Minuten (ich wollte gerade einpacken) registrierte ich einen nicht gerade kräftigen Biss an der rechten Rute. Brassen oder Rotauge? Barbe. Dennoch war etwas anderst als gewöhnlich, denn die Barbe schwamm sehr ruhig und dies auch noch stromauf. Helmut erzählt immer, das nur die dicken Karpfen stromauf schwimmen. Sollte es auch hier eine besonders grosse sein?
Etliche Minuten später stand sie ca.6m entfernt an der Steinpackung und der Korb schien festzuhängen. Keine Bewegung mehr in der Rute zu spüren. Superentäuscht erhöhte ich mit der Syntec den Druck und verstand nicht wie der Korb bei solch einem strammen Drill in der Steinpackung hängenbleiben konnte. Glücklicherweise lag es dann doch nicht an einem hängenden Korb, sondern an der Grösse der Barbe, welche es ihr erlaubt sich einfach ruhig an den Grund zu stellen. Diese änderte ihre Taktik und gab ordentlich Gas und nutzte die Strömung um den Vortrieb zu erhöhen. Glücklicherweise konnte ich schnell reagieren und die Bremse etwas öffnen. Nach etlichen weiteren Minuten des Tauziehens sah ich sie dann an der Oberfläche. Wow was für ein massiver Fisch. Bitte jetzt nicht noch abgehen.
Sie tat es nicht und füllte den Kescher wirklich sehr prall aus. Fassungslos schaute ich sie einen Moment an. Was für ein Fisch. Viel grösser als meine bisherige Größte.
Vorsichtig parkte ich sie auf der Abhakmatte und legte den Zollstock an. 73cm, genau wie bis dahin Größte. Jedoch mutierte diese gegen die Aktuelle zu einem Kleinfisch. Hier kommt zum Tragen, das es bei Barben sehr unterschiedliche Körperformen gibt und diese eher ein Karpfen hätte sein können. So hoch und dick der Körper war, wunderte mich es auch nicht das die Waage 5100g anzeigte.

Da sieht selbst die Abhakmatte klein gegen aus.
Mit weichen Knien machte ich ein paar Bilder und setzte sie total happy zurück. Also ob nichts gewesen wäre schwamm meine erste "Zweistellige" ruhig davon.

Die braucht man nicht mehr der Linse entgegen zu strecken;).
Hiermit reiht sich eine grosse Beifangbarbe mehr in die Fangbücher ein, wenngleich dies sonst den Karpfenfreaks passiert und keinem Brassenspezi;). Ob ich diese Saison nochmal darüber hinaus kommen werde?

Was sagt man noch gleich wenn man in ner dummen Situation erwischt wird:"Ehrlich, es ist nicht so wie es aussieht" :-).