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Barben aus Düsseldorf

Hallo Jens,

jetzt bin ich endlich mal dazu gekommen ein paar Zeile über meine Art des Barbenfischens zu schreiben. Mit Fotos kann ich dir im Moment nicht dienen, es sei denn du würdest dich mit schlecht gescannten zufrieden geben.

Ich beschreibe einfach mal wie meine anglerische Entwicklung im Barbenfischen aussieht und welche Erfahrungen ich mit diesem Fisch gemacht habe.

Die ersten Barben fing ich im Düsseldorfer Rhein so Anfang der 90er. Damals gab es eigentlich keine spezialisierten Barbenfischer hier in der Gegend und die Aussicht eine grössere Barbe zu erwischen war noch wesentlich geringer als heute. Ich hakte die ersten beim Aalangeln mit Käsewürfeln, welches an bestimmten Stellen hier sehr erfolgreich war, allerdings waren die Barben immer nur ca. 2 Pfund schwer. Erst ab dem Sommer 2000 begann ich gezielt auf diesen Fisch zu angeln, der sich inzwischen explosionsartig vermehrt hatte. Anfangs noch mit zwei Grundruten mit 60g Sargbleien und 30er Hauptschnur. Ich fischte an den "klassischen" Barbenstellen, also auf kiesigen schnellströmenden Bänken im Rhein und liess die Montage den Grund abstreichen. Die Fänge waren zwar besser als früher,, d.h. es gingen immer 2-5 Fische bis 7 Pfund an den Haken, allerdings gab es zahlreiche Fehlbisse auf Käsewürfel und auch einige Schneidertage.

Mit der Zeit perfektionierte ich dann das Gerät und landete bei einer Shimano Aero Feederrute mit einem Wurfgewicht bis 120g. Diese Rute hat im Gegensatz zu vielen anderen Modellen eine vollparabolische Aktion, die meiner Meinung nach sehr wichtig ist um Ausschlitzen zu verhindern und den Fisch zügig zu ermüden. Als Rolle verwende ich eine Shimano Technium 4000 FA die mit 0,25mm starker UC-10 von Tubertini bespult ist. Die Bremse dieser Rolle arbeitet perfekt und garantiert einen sicheren Drill. Ich verwende ausschliesslich Karpfenhaken der Grössen 6-10, am liebsten den Cormoran CGS.

Nachdem ich anfänglich versuchte möglichst in starker Strömung zu Fischen, angle ich heute überwiegend in tiefen Rinnen, die über eine mittelstarke Strömung verfügen und unbedingt an die Hauptströmung grenzen. Solche Stellen sind eigentlich recht leicht zu finden, fast jeder Schiffanleger bietet diese Vorraussetzungen. Der grosse Vorteil dieser Stellen ist, daß man nicht gezwungen ist mit brandungsartigem Geschirr zu fischen und somit Bisse zu verschenken oder Fische auszuschlitzen oder gar abzureissen. Der Drillspass ist natürlich auch wesentlich höher.

So fische ich meist das ganze Jahr über mit 100g Cage-Feedern die in diesen Löchern noch gut liegen bleiben. Im Winter gehe ich mit der Vorfachstärke bis auf 0,20mm runter, im Sommer benutze ich 0,25mm. Das ist natürlich nur an Stellen möglich an denen kaum Hänger lauern und wo man die Rute steil über den Kopf des Fisches halten kann um so ein Durchscheuern des Vorfaches zu verhindern. Ich habe einige Zeit mit 0,17er Vorfächern gefischt und auch damit keine Probleme gehabt (auch meine Grösste von 8Pfd. 400g habe ich damit gefangen), aber da ich auf die 10+ hoffe ist mir das zu fahrlässig.

Mit Käse fische ich mittlerweile kaum noch, da ich bei allen Vergleichen mit Maden besser gefangen habe und der Anhieb einfach besser sitzt. Auch die Haarmontage in Verbindung mit Käse oder Corned Beef habe ich probiert, allerdings erkannte ich keine Vorteile darin.

Mein Standartköder sind 5 Maden auf einem 10er Haken und ich fange damit kaum Kleine ! Der Schnitt liegt so bei 4-5 Pfund und bei Experimenten mit grösseren Ködern fing ich auch weniger grosse Barben. Wer einmal die Möglichkeit hatte Barben bei der Futtersuche zu beobachten wird bemerkt haben, daß die Fische sich geradezu auf massenhaftes Kleinfutter einschiessen können und dann grössere Brocken die nicht ins Schema des Futterteppiches passen sogar ignorieren.

Deshalb enthält mein Futter immer einen grossen Anteil an Maden und/oder Wurmstückchen. Die Fische saugen die Futterspur ein und der Hakenköder ist einer unter vielen anderen.

Auf Futterbeschwerungen wie Angelerde,Kies oder Binder verzichte ich, ich überfeuchte das Futter etwas, die vielen Maden sorgen dann dafür, daß der Korb sich am Grund schnell leert. Ich verwende fast immer das Mosella Barbenfutter, es klebt sehr gut und ist noch bezahlbar...im Sommer wenn ich mehr Futter brauche oder bei längeren Ansitzen strecke ich es mit Standardfutter.

Als letztes möchte ich noch sagen, daß die ganz frühen Morgenstunden für mich mit Abstand die beste Zeit für dicke Barben sind, im Laufe des Tages gehen die Fänge bei mir meist zurück um abends nochmals anzusteigen.

Ich hoffe das war für dich halbwegs von Interesse, bei

weiteren Fragen einfach mailen !

Schönen Gruss,

Jens Manns

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