
Torsten:
Am Freitagabend haben wir uns zu einem Nachtangeln am Rhein getroffen. Mit von der Partie waren Timo, Jens, Markus, der bayrische Gastangler Ralf und meine Wenigkeit. Es sollte das ganz grosse Tennis werden, entsprechend aufwendig waren die Vorbereitungen mit Bedchairs, Grill, Timo's selbstgekauftem Kartoffelsalat, Steaks & Würstchen und gekühltem Bier in kindersichern Plastikflaschen eines grossen Lebensmittelsdiscounters .... an dieser Stelle hierfür nochmal Danke an Jens für diese grosse Investition! Der von Markus in grosser Mühe aus dem elterlichen Keller geklemmte Kasten Bit fand aufgrund der magenfreundlich Trinktemparatur von nahezu 25°C keinen grossen Absatz und musste von ihm per Jens & Bahn wieder mit zurück nach Darmstadt genommen werden.

Die vier Damen vom Grill (Torsten, Grill, Timo, Jens und Bayern-Ralf)

Trotz 4.000 Watt Kopflampe mit 128 LED hatte unser Werkstudent Markus so seine Schwierigkeiten mit dem Steakbrötchen. Er bekleckerte seine Designer-Anglerhose, welche nach seiner Aussage schon seit Gerationen in der Familie vererbt wird. Dem entsprechend betrübt ist sein Gesichtsausdruck ...
Der weisse Riese wird's schon wieder richten ...

Ober-Steiger Timo erläutert hier der Mannschaft die Tatik für das kommende Nachtfischen...
Nach zahlreichen Karlskrone & Karlskrone Gold verlief die Nacht erwartungsgemäss sehr ruhig ... ausser etlichen Kleinbarben bis 40cm lief bei nur Jens eine 64er in den Kescher. Als besonder Beifänge gelang unserem bajuwarischem Schergen Ralf der Fang eines guten Aals, Jens eines kleinen Aals und Timo der Fang eines kleinen Welses. Die erhofften Groß-Barben blieben aus, vermutlich schlägt die momentane Wassertemperatur von fast 28° C extrem auf die Beisslaune der Barben ...
Schlaf Kindchen Schlaf ....

Timo in bequemer Schlafposition...
Jens:
Okay,Okay. Soweit alles wie beschrieben. Dennoch möchte ich hier noch auf folgende Ereignisse hinweisen.
Klar versuche ich aus den Jungs nicht nur bessere Menschen, sondern auch bessere Angler zu machen. Freut mich dann ganz besonders wenn einer meiner Schergen mit einem schönen Fisch belohnt wird. Nachdem das gute Karlskrone seine Wirkung wie erwartet entfaltete, gab ich Timo einen finalen Tipp fürs Wallerfischen. Einfach eine leere Plastikflasche (idealerweise Karlskrone) nehmen, sich vorne auf die Steine stellen und diese wie ein Wallerholz einsetzen. Natürlich kann man nach nur 2 Stunden und ohne vorheriges Training noch keine Wunder erwarten, aber wenn dann irgendwann ein guter Waller vor den Füssen auftaucht ist die Freude gross.
Als ich von dem gleichmässigen Plopp-Geräusch geleitet langsam in das Land der Träume wechselte, konnte ich noch nicht ahnen welch grossartiges Ereignis unserem Timo bevorstand. Das Nächste was ich wahrnahm war ein freudiges Gejohle von Timo bei dem Drill eines offensichtlich guten Wallers. Klar sind wir hier nicht am Ebrodelta oder Po, aber ich denke mit dem Fisch macht man sogar in solchen Regionen einen schlanken Fuss.
Nach etlichen Minuten des Bangens und einem permanenten Schnureinholen und wieder von der Rolle reissen, war der Wels reif für die Handlandung. Diese kostet den Wallernovizen zwar erstmal einiges an Überwindung, aber durch gutes Zureden meinerseits wurde dann doch noch ein Schuh daraus. Ich würde sogar sagen: Ein neuer Waller-Kalle ist geboren bzw. aus nem schlechten Barbenangler wird meist noch ein guter Wallerangler ;)

So soll es sein: erschöpft, aber glücklich.
Wer beim Anblick des nächsten Bildes lacht muss nicht gleich zum Arzt gehen. Geht jedem Menschen so der es sich anschaut. Kurze Erklärung: M.S`s Madenkuchen ist eine Sache, aber wenn Timo etwas weiterentwickelt erreicht dies gleich nochmal ne ganz neue Dimension.

Jahrelange Entwicklungsreihen machten den RIVER-RHINE-EASY-CHEESY-STONE zu dem was er heute ist, nämlich ein Angriff auf die Lachmuskeln der Barben ;).

Hier hatte Don Promillo (Markus) gerade eine Erleuchtung. Auf Schiefer muss man fischen, dann läuft es auch mit den 80igern. OK ich fahr mit nach Bacharach, aber wehe ich muss ohne 80iger heimfahren, dann wirst Du laufen ;).
Und weil man jede Gehässigkeit ja irgendwann zurückbekommt hier noch was von mir. Schaute gerade zu meiner Rute als ich bemerkte wie sie sich Richtung Wasser beugte. "Mist hab nen Biss" sagte ich zu den Jungs. Das Knicklicht an der Spitze war urkomischerweise plötzlich verschwunden. Des Rätsels Lösung: Mittlerweile hatte die 64er es irgendwie (bislang keine Ahnung warum, da noch nie passiert) geschafft die Rute aus dem Pod zu befördern und lag unschön auf der Steinpackung. Ist nochmal gut gegangen, kann aber auch anders ausgehen ;).
Also alles in allem war es ein schöner Trip mit gutem Bier ;) und reichlich Essen. Klar das es kein so ernsthaftes Fischen wie üblich werden konnte, aber schliesslich brauchen die Barben ja auch mal Pause. Sehe es aber auch wie Torsten, dass die guten Fische im Moment eher spärlich beissen. Ist ne echte Geduldsprobe und sollte spätestens bei 20° Wassertemperatur wieder auf Dicke drehen ;).