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Pole Position oder Barbenstippen wie es wirklich geht


Nachdem wir uns neulich im Forum negativ über die Stipper und ihre verlustreiche Passion ausgelassen haben, bot mir Thorsten (im Forum als Fever bekannt) an mal mitzukommen. Er konnte sich nicht erklären, warum so viele Barben auf der Pole nicht gelandet werden können.

Natürlich lassen wir uns gerne vom Gegenteil überzeugen und ich traf mich heute mit ihm an einer berüchtigten Barbenstrecke. War wirklich sehr gespannt was dabei herauskommen würde bzw. ob wegen den hohen Wassertemperaturen und der Mikrobarben des letzten Einsatzes überhaupt was beissen würde.

Der Mann mit der langen Rute hatte seinem Gerät schon Barben bis 64cm zu verdanken und meinte es würde damit keine Probleme geben. Dennoch waren wir uns einig, dass wirklich starke bzw. grosse Barben z.B. über 70ig damit vermutlich nicht zu halten seien.

Da wir gerade vom Gerät sprechen. Thorsten wird zwar nicht von Mosella gesponsert, dennoch besteht seine Ausrüstung komplett von dieser Firma. Die 13m Rute Xedion 03 kannte sogar ich als Nichtstipper von nem kleinen Stippheftchen des Herstellers. Da empfiehlt Altmeister Schlögel diese Rute um im harten Wasser Barben zu bändigen. Übrigens hatte bei sich Thorsten bei diesem schon mal in einem Lehrgang bezüglich Barbenstippen weitergebildet, was ihm heute sicher keine Nachteile brachte ;). Kombiniert wurde das ganze mit einem Hydrolastic  Hollow Gum , einer 22er Stroft Hauptschnur und 20iger Vorfachschnur. Methode war Tunkfischen mit 15g Blei.

Nachdem ich schon eine Stunde erfolglos neben Thorsten gefeedert hatte, war er mit dem Aufbauen seiner Ausrüstung ebenfalls fertig ;). Er betonte dass dies keine Methode ist, welche für einen schnellen Ansitz taugt. Ich will es ihm jetzt gerne glauben.

Einige Futterbälle plus Madenkuchen wurden gesetzt um die Barben erstmal anzulocken.


Das ist ein Madenkuchen.  Löst sich langsam auf und gibt dann Maden frei. Angeblich wirkungsvoller als Lockstoffe.

Zu meinem Erstaunen biss die erste Barbe von 60cm schon knappe 10 Minuten später. Obwohl sie sicher nicht schlapp war, konnte Thorsten sie relativ schnell über den Kescher führen. Ich war freudig berührt, da es sich ja hier schon nicht um eine ganz wehrlose handelte.

Dieses Bild zeigt Thorsten mit der 60iger und warum der Aufbau nicht in 10 Minuten erledigt ist ;).

Darauf kam direkt noch eine 55er, welche vom Drill her etwas mehr zeigte, aber keinerlei Probleme bereiten konnte. War dann schon sehr angenehm überrascht wie gut es also doch mit der Kopfrute auf Barben funktioniert. Wichtig ist halt das richtige Gerät, aber auch der sachkundige Umgang mit demselben.

Mittlerweile war Joachim (ein Freund von Thorsten) eingelaufen, welcher ebenfalls mit der Stippe loslegte. Allerdings war es an der Stipperfront dann erstmal ruhig und es kamen in dieser Phase keine Bisse mehr.

Glücklicherweise orientieren sich die Fische endlich auf meine Ruten und ich konnte mich zu 6 Barben bis 64cm und 2 Nasen aufschwingen. Allerdings erst als ich die Strategie wechselte und die Körbe mit festem Futter bestückte und nicht mehr rollen ließ.

Joachim fing 2 Fische, wovon einer eine Pygmäe und der andere eine schöne Nase war.

 

Joachim mit der Nase

Als ich dann auch eingepackt hatte passierte bei Thorsten etwas recht Sonderbares. Bei fast jeder Drift bekam er Bisse. Klar kann dies vorkommen wenn die Fische mal am Platz eingelaufen sind, doch wenn schon Ewigkeiten nichts mehr gefüttert worden ist und die Schiffe gut ziehen ist es nicht mehr ganz so gewöhnlich. Dies waren dann aber eher kleinere Barben, Nasen und Brassen.

Vom Einladen meines Autos kommend, sah ich wie Thorsten wohl nen Hänger bekommen hatte. Er meinte allerdings es wäre keiner, sondern eher ne dicke Barbe. Diese zog relativ ruhig aber mit Nachdruck ihre Bahnen. Thorsten behielt die Nerven und steckte die Rute im Gegensatz zu den anderen Drills erst nach einiger  Zeit ab um sie zu landen. Dies erlaubte ihm ein kontrolliertes Führen des Fisches und die ersten Fluchten können besser pariert werden. Als sie kurze Zeit später vor dem Kescher auftauchte schätze ich auf 68cm. Dies erwies sich glücklicherweise als falsch und Thorsten konnte seinen PB auf 72cm heraufschrauben. Da die Länge ja noch nichts über die Statur an sich aussagt, muss man an dieser Stelle erwähnen, dass es sich keineswegs um einen Aal handelte.

Glücklicherweise konnte ich denn tollen Drill filmen und werde den irgendwann in unserem Film verwursten.

Tolle 72er an der Pole gebändigt

Durfte dann auch mal ran und hatte auch kurzzeitig mal was dran. Leider schlitzte der Fisch aus. Das ist dann auch ein Punkt bei dem wir keine gemeinsame Linie finden werden. Der Haken. Naja vielleicht testet Thorsten ja demnächst heimlich meinen Favoriten und merkt das ich recht habe und es fast keine Aussteiger mehr gibt :).

War ein tolles Event mit ein paar guten und einem sehr guten Fisch. Denke wird nicht das letzte gemeinsame Fischen gewesen sein. Ich bin ebenfalls begeistert da Thorsten es fertig gebracht hat alle grossen Barben einwandfrei zu landen. Klar kann es auch mal anders kommen und eine extrem durchstartende Barbe zerfetzt das Gerät. Thorsten meint aber er kann noch um eine Schnur und Gummiklasse aufrüsten und dann geht auch bei extremen Fischen noch was.

P.S.: Habe im Keller noch nen 4m Bambusstab gefunden welcher es ja fürs Erste auch tun würde ;).

 

Gerät:
 - Mosella Xedion 03
  -- gefischt auf 11m
 - Gummizug Daiwa Hydrolastic
  -- schwarz (2,6mm)
  -- lange 1,4m in Teil 2 und 3
 - Pose Rohacell
  -- Tropfenpose 15g
 - Hauptschnur Stroft GTM
  -- 0,22mm
 - Vorfach Fly X3
  -- Durchmesser 0,20mm
  -- Länge 37cm
 - Haken 12er
  --  Drennan Barbless Carp Feeder

 
 

Futter:
  - Mosella Favourite Brassen DM 2003
   -- 2kg
  - Mosella Barbe Spezial
   -- 1kg
  - Kies
   -- 0,9l entspricht ca. 20%
  - Parmesankäse
   -- 15g
  - 0,5l Caster
  - 0,2l Maden (hatte leider nicht mehr da)

 
 

Madenkuchen:
 - 1l Maden
 - 2l Kies
 - 0,3l Mosella Magic Gum

 

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