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Safety First

Es ist Ende November 2006, die Tageshöchsttemperaturen sind mit 15 Grad ungewöhnlich hoch. Nachts bleibt es auch mild mit ca. 8 Grad. Wassertemperatur 12,5 Grad. Man könnte noch einmal einen Versuch starten, eine der richtig großen Barben zu fangen. Vielleicht haben sie sich ja schon in die ruhigeren Bereiche zurückgezogen. Ich wählte darum einen langsam fliessenden Bereich am Rhein aus, um dort einen Futterplatz anzulegen. Drei mal die Woche fütterte ich je 1kg Fischmehlboilies und 1kg Pellets.

Samstagmittag ging es dann endlich los.

Um 17:00 Uhr hatte ich mein Nachtlager aufgebaut und die Ruten ausgelegt. Die erste Rute platzierte ich an einer abfallenden Kante und fütterte ca. 50 Fischboilies mit 20mm Durchmesser. Als Hakenköder diente ein 24mm Boilie (es soll ja eine Große beißen). Die zweite Rute legte ich auf ein kleines Plateau ab. Dort fütterte ich ca. 500g Pellets und 50 halbe 20er Fischboilies. Nach getaner Arbeit machte ich es mir auf meinem Bedchair bequem und harte der Dinge die da hoffentlich kommen würden.

Da es um 17:30 Uhr schon Stockdunkel war, verbrachte ich die Zeit mit Radio hören und Wasser beobachten. Viele Fische waren an der Oberfläche zu sehen und zu hören. Da fiel mir eine alte Anglerweisheit ein. „Fische die Springen, Beißen nicht“. Das machte mir nicht unbedingt Mut heute Nacht etwas zu fangen. Ist es vielleicht doch anders. Wenn viele Fische aktiv sind, beißen sie auch. Ich war gespannt was die Nacht bringen würde.

Es fing dann auch noch an zu regnen und die Steinpackung wurde wie Schmierseife. Na Klasse. Bei einer Steinpackungshöhe von ca. 4m bis zum Wasser kann das ja lustig werden. Das gleichmäßige prasseln der Regentropfen machte mich dann auch irgendwie langsam müde und ich bin dann relativ früh eingeschlafen. Um 3:30 Uhr wurde ich von einem Piepser meines Bissanzeigers geweckt. Es war die Rute auf dem kleinen Plateau, die ich mit den halben Boilies und Pellets angefüttert hatte. Der Swinger fiel nach unten und wurde gleich darauf wieder nach oben gezogen. Danach wurde zügig Schnur von der Rolle gezogen. Ich stürmte an meine Rute. Anschlag. Fisch hängt. Nach recht heftiger Gegenwehr zeigte sich eine gute Barbe an der Oberfläche. Jetzt ging es los. Kescher in die andere Hand und die glitschige Steinpackung hinunter. Irgendwie habe ich es geschafft heil unten anzukommen und die Barbe zu Keschern. Nicht schlecht dachte ich mir. Jetzt wieder die Steinpackung hoch, incl. Fisch im Kescher und Rute. Wenn ich jetzt ausrutsche, knallt der Fisch ohne Schutz auf die Steine. So etwas muss nicht sein. Das muss ich ändern. Ging aber doch irgendwie gut. Barbe auf die Abhakmatte legen und abhaken. Beim genaueren hinsehen sagte ich mir „die ist Richtig Gut!“. Beim Wiegen zeigte meine Waage 4,7kg an. Meine bisher schwerste Barbe. Super Klasse. Maßband hatte ich vergessen, somit blieb mir und nur eine grobe Maßfeststellung. Ungefähr 75cm.    

Nach dem Fotografieren setzte ich die Barbe wieder zurück. Dabei nahm ich den Kescher mit nach unten und lies auch die Abhakmatte unten liegen. Es ist doch sicherer den Fisch in der Matte die Steinpackung Hochzutragen. Denn man kann bei einem Fehltritt den Fisch in der schützenden Matte auf den Steinen ablegen ohne ihn zu verletzen.

Ich fütterte wieder einige halbe Boilies und Pellets nach und warf meinen frischen Köder auf das Plateau. Danach machte ich es mir wieder bequem. Das Wasser lag spiegelglatt vor mir, keine Aktivitäten zu sehen. Sind sie jetzt am Fressen? Gegen 5:15 Uhr, das gleiche Spiel. Ein Piepser meines Bissanzeigers. Swinger fällt nach unten, dann Vollrun. Der gehakte Fisch kämpfte noch mehr als der Erste. Hatte ich vielleicht einen Karpfen am Haken. Nein, es war wieder eine Barbe. Wieder so ein Hammerteil. Keschern und auf die bereits unten abgelegte Matte legen. Ging nun alles viel besser. Gut vorbereitet ist schon halb gewonnen. Jetzt konnte ich den Fisch sicher die Steinpackung hinauftragen. Dort wog ich die Barbe und war sehr überrascht, dass die Waage erneut 4,6kg anzeigte. Die Zweite Monsterbarbe. Einfach genial. Diese war ein wenig größer, geschätzte 78cm, aber schlanker.

Ich setzte den Fisch wieder zurück und platzierte meine Rute erneut auf dem Plateau. Fütterte wieder nach, aber bis zum Sonnenaufgang konnte ich keinen weiteren Fisch mehr fangen. Da ich den Sonntag noch anderweitig nutzen wollte, packte ich sehr früh meine Sachen und machte mich überglücklich auf den Weg nach hause. Diese Nacht werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen. Zwei mal personal Best Barbe mit 4,6kg und 4,7kg, so etwas fängt man nicht jeden Tag.

Safety First

Helmut

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